TAME IMPALA
Bitte wer? Die Band nannte sich anfangs noch The Dee Dee Dums und hatte einen stärkeren Jazz- und Blues-Einschlag. Damit absolvierten sie erfolgreich (immer unter den Top drei) eine Reihe von Bandwettbewerben, tauften sich dann aber um in Tame Impala und spielten Psychedelic-Rock. Diese Musik steht bei Kritikern weltweit hoch im Kurs.
So klingt das: Die Puristen haben einen Sound aus einem Guss, der im Studio kaum nachbearbeitet wird. Das klingt wie Strandmusik im Weichzeichner – lebensfroh und doch sediert. Die psychedelischen Ergüsse klingen nicht nur wie bei den Doors, Stone Roses oder den Beatles der späten 60er – sie haben auch die gleiche Klasse.
Sonst noch was? Bei ihrem letztjährigen Konzert in London fand man die Stars vor der Bühne: The Kills-Frontfrau Alison Mosshart, Kasabian-Sänger Tom Meighan und Ex-Oasis-Kopf Noel Gallagher lieben die Zottelrocker.
Mal reinhören: In „Solitude Is Bliss“ steigen funkige Gitarren-Regenbögen aus dem Drum-Nieselregen empor.
Für Fans von: Deerhunter, Beach Fossils, Surfer Blood, Beach House,Warpaint,Yeasayer
>> „Innerspeaker“, Modular / Rouge Trade

Video-Tipp: „Solitude Is Bliss“ von Tame Impala


BAG RAIDERS
Bitte wer? Chris Stracey und Jack Glass aus Sydney veröffentlichten seit 2007 bereits neun EPs, ehe Ende 2010 endlich ihr selbst betiteltes Debütalbum in Australien erschien. Als DJs und Remixer machen die zwei schon länger eine gute Figur. Mit ihren großartigen Singles „Sunlight“, „Way Back Home“ und „Shooting Stars“ sind sie nun auch endlich im Rest der Welt vorn dabei.
So klingt das: MelancholischeTexte über unbeschwerten Synthie-Melodien – die Songs von Bag Raiders sind betörend und tanzbar zugleich.
Sonst noch was? Der Telefonanbieter, der schon Empire Of The Sun hierzulande an die Spitze der Charts katapultierte, verwendete im April dieses Jahres mit „Way Back Home“ auch einen Song der Bag Raiders für einen seiner Werbespots.
Mal reinhören: Die zweite Single „Sunlight“ mit ihrem 80er-Beat und dem hochexplosiven Refrain verführt nicht nur Menschen zum Tanzen, auch Schimpansen lieben den Song. Den Beweis gibt’s im Videoclip.
Für Fans von: Phoenix, Fenech-Soler, Miami Horror, Daft Punk, Holy Ghost, Cut Copy
>> „Bag Raiders“, Universal

Video-Tipp: „Sunlight“ von den Bag Raiders

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EMPIRE OF THE SUN
Bitte wer? Bereits 2008 veröffentlichten Luke Steele aus Perth und Nick Littlemore aus Sydney ihr Debütalbum „Walking On A Dream“. Doch erst als Vodafone Ende 2010 ihren Song „We Are The People“ in einem seiner Werbespots verwendete, ging es für die beiden hierzulande auf Platz eins der Charts und mit dem Album auf Platinstatus.
So klingt das: Böse Zungen nannten sie einen Abklatsch von MGMT – zumindest in Deutschland haben die beiden australischen Paradiesvögel das New Yoker Duo mit ihrem zauberhaften, leicht kitschigen Electropop kommerziell längst überflügelt. Liegt wohl auch an der krassen Optik.
Sonst noch was? Zurzeit arbeitet Steele mit seiner ursprünglichen Band The Sleepy Jackson an einem neuen Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Und Pnau, die eigentliche Band von Littlemore, hat für Juli eine neue Platte angekündigt: „Soft Universe“.
Mal reinhören: Steht zu Unrecht im Schatten der beiden Hit-Singles: „Half Mast“, ein Song wie rosarote Zuckerwatte vom Jahrmarkt.
Für Fans von: Miami Horror, Friendly Fires, MGMT, Cut Copy, Ladyhawke, Miike Snow, Passion Pit
>> „Walking On A Dream“, EMI

Video-Tipp: „Half Mast (Slight Return)“ von Empire Of The Sun


CLOUD CONTROL
Bitte wer? Das Quartett stammt aus den Blue Mountains nahe Sydney. Vor der Bandgründung hatte nur Bassist Jeremy Kelshaw wirklich Musikerfahrung. Nach zwei EPs brachten sie 2010 mit „Bliss Release“ ihr erstes Album heraus.
So klingt das: Ihre Musik hat alles, was der Seele guttut. Der großartige Wechselgesang von Alster Wright und Heidi Lenffer wird auf ganz weiche Instrumentalkissen gebettet. Die Mischung aus Folk und Indierock legt sich butterweich ums Herz. Cloud Control nehmen vom Hippie bis zum Hipster alle spielend mit ins Boot.
Sonst noch was? Die Mitglieder haben sich bei einer Probe für die Operette „Die Piraten von Penzance“ kennengelernt.
Mal reinhören: „There’s Nothing In The Water“ und „This Is What I Said“ sind ein Beweis dafür, dass sphärische Musik Power haben kann.
Für Fans von: Fleet Foxes, Death Cab For Cutie, The Shins, Efterklang
>> „Bliss Release“, Pias / Rough Trade

Video-Tipp: „There’s Nothing In The Water We Can’t Fight“ von Cloud Control

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CUT COPY
Bitte wer? Was Dan Whitford 2001 als Ein-Mann-Electro-Projekt startete, ist heute eine vierköpfige Synthie-Band.
So klingt das: Anfangs ging ihr Electrosound stärker nach vorn und suchte zwischen verschiedenen Einflüssen nach Orientierung. Bis Cut Copy musikalisch auf die Bremse traten, was sie deutlich nach vorn katapultierte: Wie es schon Hurts oder die White Lies vorgemacht haben, hielt bei den Melbournern der synthielastige 80er-Wave Einzug. Seitdem ist ihre Musik sowohl radio- als auch clubtauglich.
Sonst noch was? Kollegen wie Bloc Party, Franz Ferdinand oder Daft Punk nahmen die Synthie-Künstler mit auf Tour. Cut-Copy-Songs hörte man schon in der TV-Serie „Nip/Tuck“, im Videospiel „FIFA 09“ und in einer Blackberry-Kampagne.
Mal reinhören: Vom funkigen Electro-Lied „Saturdays“ bis zum luftigen Synthie-Trommel-Song „Take Me Over“ war es ein weiter Weg.
Für Fans von: Vampire Weekend, Holy Ghost, LCD Soundsystem, Chromeo, Hurts
>> „Zonoscope“, Modular / Rough Trade

Video-Tipp: „Saturdays (Live on Fearless Music)“ von Cut Copy


THE MIDDLE EAST
Bitte wer? Bis zu ihrer kurzzeitigen Trennung 2008 spielten sie fast nur auf christlichen Festivals. Im Juni erschien ihr erstes Album.
So klingt das: Ihre Musik fügt sich wie ein perfektes Mosaik aus kleinen Klangsteinchen, die von Folk bis Ambient alles zusammenführen – friedlich, einträchtig. Es tut der Seele gut.
Sonst noch was? Den schwelgerisch abgedrifteten Pop der Blogosphäre-Lieblinge kann man in zahlreichen australischen TV-Serien hören.
Mal reinhören: Verträumter Gesang, sanfte Gitarren – bei „Blood“ sinkt man schlichtweg auf die Knie.
Für Fans von: William Fitzsimmons, Fleet Foxes, Midlake, Efterklang
>> „I Want That You Are Always Happy“, Pias

Video-Tipp: „Blood“ von The Middle East

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THE JEZABELS
Bitte wer? Sängerin Hayley Mary und Keyboarderin Heather Shannon machten schon länger zusammen Musik, ehe sie während ihrer Zeit an der Universität in Sydney mit Nik Kaloper und Sam Lockwood 2007 The Jezabels gründeten.
So klingt das: Sie selbst bezeichnen ihre Musik als „Intensindie“. Übersetzt heißt das: eindringlicher Indiepop, der mal sanft, mal ungestüm den Weg ins Ohr findet.
Sonst noch was? Hier wird nicht nur
musikalisch viel geboten, sondern auch visuell: Zu einigen Songs ihrer drei bisher erschienenen EPs gibt es sehenswerte Videoclips – alle zu bewundern auf ihrer Website thejezabels.com
Mal reinhören: Schritt für Schritt baut sich ihre Single „Disco Biscuit Love“ zu einem echten Hit auf. Besonders im Refrain ganz groß: die Stimmen der beiden Mädels.
Für Fans von: Tegan And Sara, Band Of Horses, Those Dancing Days, The Flaming Lips
>> „Bliss Release“, Pias / Rough Trade

Video-Tipp: „Disco Biscuit Love“ von The Jezabels

Text: André Depcke, Tim Pommerenke