Der Pistolenlauf drückt an Vince‘ Hinterkopf. In der Revolvertrommel sind zwei Patronen. Der Mann, der die Waffe hält, wird abdrücken. Vince schwitzt und zittert. Weil er seine Überlebenschancen kennt. Und weil auch vor ihm ein Mann steht, dem er eine Waffe an den Kopf hält. Ebenfalls mit zwei Patronen. Die Kreisformation, in der sich gut ein Dutzend Männer aufgestellt hat, ist ein russisches Roulett, bei dem skrupellose Reiche Millionen auf ihre „Spielfiguren“ wetten. Und in das Vince ahnungslos hineingerät. Das perverse Spiel inszenierte Géla Babluani 2005 schon einmal; nun drehte er ein Remake seines eigenen, vielfach preisgekrönten Noir-Thrillers: in Farbe statt Schwarzweiß und mit Stars wie Mickey Rourke, Jason Statham und Sam Riley. Besser ist die US-Version nicht; sie ist genau so bitterböse und spannend wie das Original. Schleichend baut sich auch hier die bedrohliche Atmosphäre auf, offenbart sich der so faszinierende wie ekelhaft menschenverachtende Mikrokosmos aus zynischen Wettern und den Losern, Verbrechern, Verzweifelten im Ring. Vince ahnt: Es gibt kein Entkommen. Egal ob die Patronenkammer voll ist oder leer.