Die Vorgabe war ehrgeizig: Mit Produzent Markus Dravs (Björk, Arcade Fire) und Altmeister Brian Eno wollten die Londoner etwas Neues schaffen. „Obwohl es ja eigentlich nichts gibt, was nicht schon probiert worden wäre“, so Sänger Chris Martin. Doch das Ergebnis mit dem unaussprechlichen Fantasie-Titel „Mylo Xyloto“ ist monumental! Angefangen beim spannenden Wechselspiel aus akustischen und elektronischen Sounds, opulenten Orchesterarrangements, fetten HipHop-Beats und kantigen Gitarrenriffs. Ein Grenzgang zwischen den Kulturen. Dazu gesellen sich radio- und stadiontaugliche Ohrwürmer wie „Paradise“, „Every Teardrop Is A Waterfall“ oder „Charlie Brown“, die ein übergeordnetes Konzept aufweisen: eine romantische Liebesgeschichte in Zeiten eingeschränkter individueller Freiheit. Eine Parabel auf das moderne Amerika und Großbritannien, und laut Martin von Cormac McCarthys Bestseller „The Road“ sowie von den Geschwistern Scholl in Nazideutschland beeinflusst. „Das waren Menschen, die bereit waren, für ihre Überzeugung zu sterben. Was ich inspirierend finde. Auch wenn wir nie so weit gehen würden.“ Immerhin beweisen Coldplay Experimentierfreude und Mut – nicht nur beim Albumnamen.