Your love makes house a home“, singt Patrick Wolf auf seiner neuen Single. Die Zeile mag bei anderen banal klingen, bei Wolf ist sie eine Verheißung. Denn sie belegt, dass der Exot unter den britischen Popstars im echten Leben angekommen ist. Auf dem letzten Werk „The Bachelor“ behandelte er mitunter düster-verzweifelt das Junggesellendasein. Mittlerweile hat nicht nur Kate Middleton, sondern auch Wolf seinen William gefunden. Das hört man seinem fünften Album „Lupercalia“ auch an: Seit „A Magic Position“ von 2007 klang sein Avantgarde-Gemisch aus Violinen und Electro nicht mehr so poppig. „Ich widme mich auf der Platte den schönen Seiten des Lebens. Es geht darum, mit anderen zu teilen und sich zu öffnen“, so der 27-Jährige. Leute unterschiedlichster Generationen und Religionen zusammenbringen, das sei Wolfs Songschreiber-Ziel. Seine bisherige Vorliebe für Fantasieorte ersetzt er durch das Observieren realer Plätze. Wie in dem von Bläsern dekorierten Stück über die „Bermondsey Street“ im Südosten Londons, wo Wolf seinen Anker festgemacht hat. „Als mein Leben anfing, besser zu werden, verlor Realitätsflucht an Bedeutung für mich“, erklärt der Multiinstrumentalist. Besser als mit der Sentimental-Ode „Slow Motion“, für die er das Schnarchen seines „Lieblingsmenschen“ William sampelte, hätte Wolf seine Rückkehr auf den Planeten Erde nicht inszenieren können.

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