BAHNHOFSVIERTEL
Ø Kaltmiete 12,59 Euro pro Quadratmeter*
Der kleinste Frankfurter Stadtteil ist nichts für die Kleinsten. Neben Asia-Supermärkten, türkischen Obstläden und Hinterhofmoscheen, amerikanischen Coffeeshop-Ketten, Designhotels und Künstlerhäusern prägen nämlich auch jede Menge Sex-Shops und Bordelle das Straßenbild. Das hat Folgen: Statt Familien wohnen hier vor allem Singles. Weit über 70 Prozent aller Wohnungen – viele davon befinden sich in frisch sanierten Altbauhäusern – sind Singlehaushalte. Das ist Frankfurt-Rekord! Grünflächen gibt es wenig, dafür ist man in wenigen Schritten am Mainufer, wo (im Nizzapark) sogar Orangen und Zitronen wachsen.

GUTLEUTVIERTEL
Ø Kaltmiete 12,49 Euro pro Quadratmeter*
Ein Viertel, zwei Gesichter: Im Westhafen wohnen Banker und andere Besserverdienende in Apartments mit eigenem Bootsanlegesteg. Es gibt schicke Restaurants und sogar eine Segelschule. Rund um den Schönplatz hingegen präsentiert sich das Gutleutviertel als klassisches Arbeiterquartier mit abgerockten Altbauten. Auch wenn einige davon gerade saniert werden, sind die Mieten hier noch vergleichsweise günstig. Ebenfalls abgerockt und mit ganz viel Charme: der beliebte Technoclub Tanzhaus West und das Landungsbrücken-Theater am Rande des Viertels.

EUROPAVIERTEL
Ø Kaltmiete 12 Euro pro Quadratmeter***
Die ersten Mieter sind zwar schon vor zwei Jahren eingezogen, die To-Do-Liste mit der Überschrift „Europaviertel“ ist aber noch lang: Wohnungen für 10 000 und Büros für
30 000 Menschen schaffen, das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs (das fast 90 Hektar große Baugebiet gilt als eine der letzten komfortablen Freiflächen in City-Nähe) über die U5 mit der Innenstadt verbinden. Außerdem zehn Wolkenkratzer hochziehen und den vier Hektar großen Europagarten aufblühen lassen. Erst 2019 soll alles fertig sein. Spätestens dann wird sich zeigen, wie erholsam und gemütlich ein Stadtteil sein kann, der komplett am Reißbrett entstanden ist.

OSTEND
Ø Kaltmiete 12,17 Euro pro Quadratmeter*
Kein anderer Stadtteil boomt so sehr wie das Ostend. An vielen Stellen im Viertel entstehen gerade neue Wohnquartiere und es siedeln sich Restaurants wie das Hafenlokal von Szenegastronom Thomas Klüber an. Zwischen Deutschherrn- und Honsellbrücke wird ein vier Hektar großer Park angelegt, außerdem ist eine weitere Brücke nach Sachsenhausen geplant. Seinen Aufschwung hat das Ostend der Europäischen Zentralbank zu verdanken, die bald von der City auf das Gelände der ehemaligen Großmarkthalle zieht. Die EZB soll das klassische Arbeiterviertel aufwerten, was nicht jedem gefällt. Die Schattenseite des Ostend-Booms: Mieten steigen teilweise bis auf Westend-Niveau, selbst in einst günstigen Lagen wie dem Parlamentsplatz.

OFFENBACH
Ø Kaltmiete 7,72 Euro pro Quadratmeter*
Frankfurts Nachbarstadt ist besser als ihr Ruf. Wer glaubt, Offenbach sei hässlich, wird am Wilhelmsplatz mit seinen tollen Restaurants eines Besseren belehrt. Wer Offenbach für uncool hält, sollte sich den Club Robert Johnson und die Hochschule für Gestaltung ins Gedächtnis rufen – zwei Adressen, die auf Hipster und Kreative in ganz Deutschland wie ein Magnet wirken. Die günstigen Mieten tun ihr übriges, um junge Leute in die Stadt zu locken. Wer top-sanierte Altbauwohnungen zu fairen Preisen sucht, wird im Offenbacher Nordend oder in der Innenstadt fündig. Etwas teurer wohnt man am Mainufer, wo mit dem Hafenviertel gerade ein neuer Stadtteil entsteht. Die geplanten Mieten, etwa in achtstöckigen Passivhäusern mit Flussblick, liegen bei rund 10 Euro pro Quadratmeter.

Markus Wölfelschneider