BAYENTHAL
Ø Kaltmiete 9,50 Euro pro Quadratmeter
Ein Brachland an der Schönhauser Straße, kein Nachtleben, aber eine Handvoll schöne Läden und ausreichend Bio- und andere Supermärkte. Wenige Bahnhaltestellen, aber ein Kulturzentrum mit Galerien und Literaturhaus, ein Großmarkt, viel Ruhe und die direkte Nähe zum Rhein. Die jungen Familien mit Nachwuchs werden mehr, wenngleich ein wirklich perfektes Familiencafé fehlt. Zwischen kölschem Adel und ganz normalen „Lück wie ich und du“ sind alle Bevölkerungsgruppen vertreten. Ganz langsam könnte sich der unmittelbar an die Südstadt angrenzende Stadtteil zum zweiten Sülz entwickeln. Das hängt vor allem davon ab, wie das erwähnte Brachland nach Absage der FH-Erweiterung bebaut wird. Fest steht, dass die Mieten hier noch ein bisschen bezahlbarer sind – ein Top-Argument für Bayenthal.

KALK
Ø Kaltmiete 7,50 Euro pro Quadratmeter
Kalk ist auf dem Weg zum In-Stadtteil auf der Schäl Sick. Es wird grüner, jünger, bunter und lebendiger. Studenten, Kreative und junge Familien ziehen vermehrt hierher, denn günstige Mieten und coole Kneipen (Trash Chic, Vorstadtprinzessin) sind das Argument der Stunde. Nicht zuletzt ist Kalk mit dem Autonomen Zentrum Wiersbergstraße ein ganzes Stück politischer geworden. Auch die Stadt setzt seit Jahren auf das Veedel, siedelt Büros und Unternehmen hier an und fördert Neugründungen. Zu erleben gibt es schließlich genug: Die revitalisierten KHD- Hallen, die Abenteuerhallen, der Lern- und Spaß-Komplex Odysseum und nicht zuletzt das Bürgerhaus Kalk sind nur einige Adressen. Selbst für links-rheinische Kölner sind die Köln-Arcaden ein Ziel für Einkaufstrips.

MÜLHEIM
Ø Kaltmiete 7,90 Euro pro Quadratmeter
Das Bild, das viele Kölner von Mülheim haben, sieht so aus: hoher Anteil an Ausländern und Arbeitslosen. Das stimmt natürlich nur bedingt, doch an manchen Stellen wird das Klischee auch oft bestätigt – vor allem am Mittelpunkt Wiener Platz. Die Gentrifizierung ist hier auch in vollem Gange, sie schreitet nur etwas langsamer voran als zum Beispiel in Ehrenfeld. Die günstigen Preise sprechen noch für das kölsche Brooklyn, die Mieten lassen die Kollegen von der anderen Rheinseite verstummen und neidisch werden. Im kreativen „Schanzenviertel“ gibt es übrigens eine lebendige Medienkultur mit vielen Agenturen und TV-Studios.

NIPPES
Ø Kaltmiete 9,30 Euro pro Quadratmeter
Was in Restdeutschland als kleiner Kitschgegenstand bekannt ist, bezeichnet in Köln das kommende In-Viertel Nummer eins. Allerdings nicht für diejenigen, die gerne Nächte durchfeiern: Nippes entwickelt sich zum neuen Hotspot für junge Familien. Der Stadtteil hat auch die höchste Pänz-Dichte der Stadt. In den letzten Jahren entstanden viele neue Einrichtungen und Gastroangebote, in denen die Kleinen
in ihren Kinderwagen mitsamt Eltern willkommen sind. Der Ur-Nippeser mag davon halten, was er möchte, Fakt ist: Endlich kommt Leben ins ehemals piefige und verschlafene Veedel. Wer mal ohne den Anhang weg möchte, kann das natürlich auch tun, es gibt genügend Adressen für Erwachsene.

NORDSTADT
Ø Kaltmiete 10,40 Euro pro Quadratmeter
Die Alt- und Neustadt-Nord sind wie ein Puzzle, bei dem die Teile nicht inei- nander passen: Der hässliche Ebertplatz ist eher etwas zum beschämten Weggucken. Das Agnesviertel mit seinem schmucken Rosengarten, der Mediapark mit seinen schönen Flecken und manch gute Bar stehen konträr dazu. Die Nordstadt kann auch schön sein. Doch dann gibt es auch noch den aus allen Nähten platzenden, engen Hansaring, die scheinbar ewig dauernden Baumaßnahmen am Breslauer Platz sowie nebenan die Schmuddelmeile Eigelstein. Die Extreme gibt es auf beiden Enden der Skala. Wenn diese Schönheitsfehler eines Tages ausgebügelt werden, kann sich die Nordstadt richtig sehen lassen.