Hannovers Immobilienmarkt ist in Bewegung: Laut einer Studie des Landesbetriebs für Statistik wird Hannovers Einwohnerzahl in den nächsten zwanzig Jahren um 6,3 Prozent steigen! Das wäre ein Anstieg von 521 000 auf 552 000 Einwohner und ein kleiner Rekord – ein ähnlicher Anstieg wurde für kaum eine andere niedersächsische Stadt prognostiziert. Die Zeitschrift „Capital“ bezeichnete Hannover in ihrem diesjährigen Immobilienkompass gar als „wachgeküsst“. Das hat sicher auch dazu beigetragen, dass derzeit viele Firmen in den Bau von modernen Wohnlagen investieren. Doch was macht Hannover als Stadt so attraktiv? „Es kommen viele Faktoren zusammen“, weiß Susanne Schönemeier, Vizechefin des Mietervereins Hannover. „Die Stadt hat eine gute Wohn- und Lebensqualität, die auch für junge Familien sehr attraktiv ist. Um seine Kinder im Grünen aufwachsen zu sehen, muss man nicht mehr zwangsläufig aufs Land ziehen. Wir haben hier viel Natur, den Maschsee und auch kulturell eine Menge zu bieten. Und zum Glück ist Hannover sehr zentriert, sodass man die meisten Strecken in kurzer Zeit zurücklegen kann“, so Schönemeier. Doch auch ältere Menschen wissen die Vorzüge der Stadt zu schätzen. „Das ist die klassische Landflucht. Viele haben sich vor Jahren ein Eigenheim auf dem Land zugelegt und kommen jetzt zurück, weil sie im Alter auf Mobilität angewiesen sind.“ Dementsprechend sind besonders Einzimmerwohnungen gefragt, von denen es auch wegen des doppelten Abiturjahrgangs nicht mehr genug gibt. Hinzu kommt der Fakt, dass in Hannover immer mehr Single-Haushalte entstehen.
Dass sich der hiesige Wohnungsmarkt allgemein gewandelt hat, ist auch an den Mieten abzulesen – seit zwei, drei Jahren gibt es Mietpreissteigerungen. Während die Vermieter vor einigen Jahren noch über jeden Mieter froh waren, kommen jetzt immer öfter mehrere Interessenten auf eine Wohnung. Sollten wir uns schon mal auf Wohnungskämpfe einstellen? „So schlimm wie in München und Hamburg wird es hier nicht. Der Markt ist insgesamt recht befriedet, aber wir brauchen auf jeden Fall mehr Wohnraum“, konstatiert Schönemeier. Zwar gibt es mit Projekten wie „Mosaik Eilenriede“ oder „Lofts as you like“ attraktive Neubauten, doch die richten sich in erster Linie an Besserverdiener. Einen Leerstand gibt es derzeit nur bei Wohnungen zwischen 60 und 90 Quadratmetern. Bei der Stadtteilauswahl sollte man flexibel sein und über den Tellerrand schauen. Nicht immer ist der Szenestadtteil die beste Wahl. Zumal sich selbst in Linden erste Anzeichen einer Gentrifizierung bemerkbar machen: Durch die Modernisierung von Altbauten steigen die Mieten, was sich nicht mehr jeder leisten kann. „Man sollte keinen Stadtteil vorverurteilen. In Hainholz wurden zum Beispiel viele schöne Wohnumfelder gestaltet, und auch in Mittelfeld gibt es tolle Ecken zu humanen Preisen“, rät Schönemeier. Zur perfekten Wohnung verhilft also nur eins: clever suchen oder in die Viertel von morgen ziehen. PRINZ nennt die besten Tipps und Adressen!