GOSTENHOF (6)
Ø Kaltmiete* 6,53 Euro pro Quadratmeter
Früher nannte es sich das „Kreuzberg von Nürnberg“ – mittlerweile hat sich das Viertel mit der höchsten Galerie- und Atelierdichte der Stadt auf „Soho von Nürnberg“ festgelegt. Daher auch die Kurzform „Goho“. Seit vielen Jahren prognostizieren Immobilienmakler hier großes Wertsteigerungspotenzial. So ging es auch PRINZ-Redakteur Alex Otto, als er hier vor rund zehn Jahren eine Wohnung kaufte und selbst sanierte. „Gut, dass ich sie nie als Wertanlage gesehen habe“, sagt er. Denn noch immer sind die Quadratmeterpreise des ehemaligen Scherbenviertels im Keller. Dabei ist das Umfeld genial. Bioläden, das „Weinstockwerk“, internationale Supermärkte, szenige Yoga-Studios, tolle Secondhand-Läden, hervorragende Lokale und Livebühnen wie das Hoftheater oder der MUZclub sind neben den malerischen Hinterhöfen die besten Gründe für den Kiez an der Fürther Straße. Mitbringen sollten Neu-Gostenhöfer vor allem Toleranz, denn die Punk-WGs und ein bunter Kulturenmix gehören hier einfach dazu.

BÄRENSCHANZE (7)
Ø Kaltmiete 8,33 Euro pro Quadratmeter
Keine Sorge! Die relativ hohe Durchschnittsmiete gilt bislang an den sanierten und neu bebauten Randzonen zur Rosenau hin. Die Bärenschanze erstreckt sich aber fast bis hin zur neuen Kulturmeile „Auf AEG“. Dass die Mieten in den nächsten Jahren dennoch steigen werden, ist aber so gut wie sicher. Denn die alten Fertigungshallen sollen Dutzende von Unternehmen aus Medien und Dienstleistung anziehen. Dadurch strömen gut verdienende Mitarbeiter in die Nachbarschaft. Zahlreiche Sportangebote bis hin zum edlen Fitness-Zentrum, Freizeitkultur sowie die grüne Lunge entlang des Pegnitzgrunds warten bereits auf die neuen Anwohner.

SÜDSTADT (8)
Ø Kaltmiete 6,73 Euro pro Quadratmeter
Direkt hinterm Bahnhof gibt es unsanierte großflächige Altbauwohnungen zum Spottpreis. Allerdings erfordern die meisten davon viel Eigeninitiative bei der Renovierung. Trotzdem bedeutet die Südsatdt Leben am Brennpunkt. Seine sozialen Probleme konnte das Viertel trotz Millionen aus der EU-Förderung und Teilsanierung nicht abstreifen. Obwohl das Angebot an Schulen und internationalen Kindertagesstätten riesig ist, bleibt die Gegend aufgrund ihrer Verkehrsdichte familienfeindlich. Wer es international und zentrumsnah mag, kein Auto besitzt und Lärm gut ertragen kann, findet hier schnell eine geräumige Bleibe zur Selbstverwirklichung. Viele Szenemenschen haben die Südstadt bereits für sich entdeckt. Bis die Dönerläden und Handyshops durch coole Geschäfte ersetzt werden, braucht es noch reichlich Geduld.

ZERZABELSHOF (9)
Ø Kaltmiete 7,20 Euro pro Quadratmeter
Im Augenblick liegt der Altersdurchschnitt am Tiergarten noch sehr hoch. Trotzdem ist der Coolness-Faktor unterhalb des Tiergartens deutlich spürbar. Viele Leute um die 30, die hier aufgewachsen sind, kommen jetzt mit ihren Familien und Geschäftsideen zurück. Die Gastronomie im „dörflichen Zabo“ stellt sich schon mal auf ihre Ansprüche ein. Gourmet-Adressen wie das „Zett“ sprechen dafür. Wer ein bisschen mehr Budget hat, zieht ins benachbarte Mögeldorf. Dort ist die Architektur luftiger, moderner und edler.

FÜRTH STADTPARK (10)
Kaltmiete 6-8 Euro pro Quadratmeter
Vom Krieg wurde das Gebiet an der Stadtgrenze verschont, der Verfall begann danach. Inzwischen wurden viele der drei- bis viergeschossigen Wohnhäuser aus dem 19. Jahhundert originalgetreu saniert. Teilweise haben sie bildhübsche Hinterhöfe mit reichlich Kulturangebot. Der Stadtpark ist perfekt zum Entspannen, die Infrastruktur ausreichend. Schließlich liegen die Stadtzentren von Nürnberg und Fürth per U-Bahn nur fünf Minuten entfernt. In der Nachbarschaft wohnen viele Singles, die in kreativen Berufen arbeiten. So findet man schnell Anschluss im mediterran anmutenden Fürth.