Eine lange Schlange bei Regen vor der Haustür und ein riesiges Gedränge bei offenen Wohnungsbesichtigungen? Regelrechte Castings mit 50 Bewerbern für ein Zimmer in einer WG und vollkommen überfüllte Wohnheime? So etwas kennt man aus Hamburg, München oder Frankfurt, doch für die Wohnungssuchenden in Dresden war das bisher unbekannt. Ein schönes Zimmer in kurzer Zeit in einem beliebten Stadtteil zu einem akzeptablen Preis zu finden, war bis vor ein paar Jahren noch gut möglich, doch es wird zunehmend schwieriger.
Viele alte DDR-Bauten werden von der Stadt abgerissen und die günstigen Wohnungen in der Neustadt werden saniert. Vor wenigen Jahren verkaufte die Stadt Dresden ihren gesamten Wohnungsbestand an eine Investorengruppe aus den USA. Dadurch wurde Dresden als erste Stadt in Deutschland schuldenfrei, aber der deutsche Mieterbund fürchtet, dass die Mieter dafür mit höheren Mieten rechnen müssen. Zudem ist die Geburtenrate hoch, seit 2006 werden in Dresden mehr Menschen geboren als sterben, und es kommen auch viele von außerhalb dazu, die nach Dresden ziehen möchten. Für viele aus dem Westen wird der Osten immer attraktiver, und auch die Leute aus dem Umland ziehen immer mehr in die große Stadt. So wuchs die Dresden von 2009 auf 2010 um 6000 Bewohner und Ende 2010 hatten 517 618 Bewohner ihren Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt gemeldet.
Allein an der TU Dresden wurden im Oktober 9000 Studierende immatrikuliert. Die meisten möchten in Uni-Nähe oder in die Szeneviertel ziehen. Die Zufriedenheit der Bewohner der Wohnheime ist sehr hoch, wie die Online-Umfrage des Studentenwerks Dresdens ergab, doch für die 6800 Wohnheimplätze gibt es lange Wartelisten und Wartezeiten. Zusätzlich wird der Wohnungsmarkt beispielsweise in der Südvorstadt oder in Szenevierteln wie der Neustadt knapp. Deswegen gibt es eben zum Beispiel für Studenten keine andere Möglichkeit, als außerhalb des Zentrums zu suchen. Doch hier treten sie in Konkurrenz zu den Familien, Paaren und Singles, die auch auf der Suche nach einer schönen und preiswerten Bleibe sind. Doch manche attraktiven und bezahlbaren Stadtteile sind bei vielen Dresdnern nicht im Bewusstsein. Möchte man eine sanierte Altbauwohnung, denkt man zuerst an die Neustadt und vergisst dabei beispielsweise die guten Wohnungen in Löbtau oder im Hechtviertel.
Im Allgemeinen ist der Trend erkennbar, dass Wohnungen teurer werden, dennoch sind die Zustände noch nicht vergleichbar mit anderen Städten. Der PRINZ-Guide zeigt, wie und wo man in Dresden am besten und nach individuellen Wünschen wohnen kann. Wo lassen sich Wohnungen mit Elbblick finden oder in der Nähe des Zentrums? Wo kann man nach der Party nach einem kurzen Weg gleich zu Hause ins Bett fallen und wo gibt es noch schöne günstige Altbauwohnungen?