Gedränge im Hausflur, im 10-Minuten-Takt werden 150 Interessenten durch einen Hühnerstall von 50 Quadratmetern geschleust. Dann endlich drinnen: Kaum Licht, der Boden zittert: „Bahnanbindung“ heißt hier, dass die Straßenbahn zehn Meter vorm Schlafzimmerfenster entlang donnert. Und dafür will der Vermieter 560 Euro. Diese Besichtigung ist sicher nicht die Regel, aber sie zeigt, wie angespannt die Wohnungssituation im schönen Bremen sein kann. Denn die Zeiten, als man zum Spottpreis in Findorff oder Hastedt ein kleines Arbeiterhäuschen mieten konnte, sind vorbei. „Eine aktuelle Leerstandsquote von nur noch zwei Prozent des Wohnungsbestands zeigt, dass es jetzt eng auf dem Wohnungsmarkt zugeht“, heißt es in einer Information der Arbeitnehmerkammer Bremen vom 13.9.2011. Einer der Gründe dafür ist laut eines neuen Immobilienmarktberichtes die Tatsache, dass immer mehr Menschen in Bremen leben wollen und auch bereit sind, höhere Preise zu zahlen. Allerdings vergisst die Wohnungsbaupolitik des Senats offenbar, dass es auch Menschen mit geringerem Einkommen gibt, wie auch Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer betont: „Die Situation von Haushalten mit mittlerem und geringem Einkommen wird vernachlässigt. Nach unseren Erkenntnissen ist gerade bei den Beziehern niedriger Einkommen der Bedarf an Wohnungen besonders hoch.“ Und diese Situation verschärft sich weiter. Wo Bremen früher ausblutete, steigt aktuell die Zahl der Haushalte, besonders von Singles, rapide an und es strömen so viele Studenten wie nie nach Bremen. Der Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abi-Jahrgänge sind die Gründe dafür.
Studenten können es dennoch vergleichsweise leicht haben: Das Leben in WGs spart Kosten und steigert die Lebensqualität der angehenden Akademiker. Über die Uni finden sich schnell freie Zimmer, und die liegen meist in den begehrtesten Vierteln wie Neustadt und Ostertor, wo auch Ausgehen großgeschrieben wird.
Berufstätige werden dagegen immer öfter mit dem Thema Maklercourtage konfrontiert. Die liegt durchschnittlich bei zwei Kaltmieten und übersteigt damit viele Budgets. Die Vorteile liegen aber auf der Hand: Man muss nicht selbst im Immobilienteil der Tageszeitung suchen und den Wettlauf um Besichtigungstermine gewinnen, bei denen man dann sowieso oft keine Chance hat. Gute Makler laden nie mehr als 20 Interessenten ein und haben sich vorher beim Eigentümer vergewissert, welche Mieter er sucht.
Wer sich die Courtage trotzdem sparen will, ist mit unserem Stadtteilcheck inklusive Mietvergleich gut beraten: Welche Alternativen es zu den teuren Vierteln gibt, wie man in seinem Wunschviertel doch noch ein Schnäppchen machen kann und mit welchen Tipps und Tricks jeder seine Traumwohnung finden kann, lest ihr im aktuellen PRINZ Stadtteilcheck.
Maren-Britt Dahlke