STEINTOR
Ø Kaltmiete* 7,50 Euro pro Quadratmeter
Früher wohnten hier solide Handwerker, die das noblere Ostertor aufbauten. Heute wird das Steintor, insbesondere das Fesenfeld, zwar auch immer trendiger und somit teurer, aber es gedeiht noch genügend Subkultur. Und in den Nebenstraßen lassen sich noch hübsche Wohnungen in Altbremerhäusern finden. Zwar ebenfalls zu erschwerten Bedingungen, aber mit etwas Glück und Geduld ist man dabei. Das Steintor wird zuammen mit dem Ostertor kurz das „Viertel“ genannt und ist ein kunterbuntes Mischgebiet: Hier wird gewohnt wie auch gefeiert. Die Schauburg als Kommunalkino, Clubs wie Römer und Moments, die Bars am „Bermuda- Dreieck“ (Heartbreak Hotel, Urlaub, Capri Bar, Rum Bumpers) und Restaurants (Ottos, Mekong, Loui & Jules) sowie der Ziegenmarkt und das Eck sind ständige Treffs. Hier wohnt, wer Halligalli sucht: Hauptsächlich junge Leute, Kreative und Studenten.

OSTERTOR
Ø Kaltmiete 7,80 Euro pro Quadratmeter
Das Ostertor ist das, was woanders „Prenzlauer Berg“ oder „Schanze“ heißt. Ein absolutes In-Viertel, das früher mal alternativ war und heute schick geworden ist. Gleich mehrere Kneipen- und Gastromeilen (Auf den Höfen), der Ostertorsteinweg, der schon fast ein Einkaufsboulevard ist, und eine gute Clubkultur (Calavera, Lila Eule, Lagerhaus) machen das Ostertor so attraktiv – und teuer. Wohnraum wird fast nur noch unter der Hand getauscht oder vergeben. Wer aber das nötige Kleingeld hat, kann sich in einer Gründerzeit-Villa oder einem Jugendstilhaus einmieten. Eine gute Chance übrigens für große WGs, die ausreichend Platz suchen und ihre Mitbewohner öfter auswechseln.

PETERSWERDER
Ø Kaltmiete 7,18 Euro pro Quadratmeter
Peterswerder bietet optimale Bedingungen: Man lebt nah an der Weser, ins Viertel ist es auch nicht weit, und dank des Weserstadions geht es jedes zweite Wochenende rund. Dann vergnügen sich die Werderfans in den zahlreichen Restaurants und Bistros entlang der Hamburger Straße. Eine ruhige Kugel schieben die Boule-Spieler auf dem Brommyplatz, der übrigens auch einen der größten Bremer Spielplätze beheimatet. Kein Wunder, dass hier gerne Familien und junge Leute, die irgendwann Nachwuchs planen, herziehen. Die neue Generation steht schon Schlange, denn hier gibt es noch ganze Straßenzüge mit bezahlbaren Altbremerhäusern, Arbeiterhäuschen und 30er-Jahre-Rotklinker.

NEUSTADT
Ø Kaltmiete 6,65 Euro pro Quadratmeter
An der Neustadt scheiden sich die Geister: Die einen wollen auf gar keinen Fall über die Weser ‘rüber, den anderen ist das völlig egal. Liebend gern wohnen sie im Flüsseviertel, denn dort gibt es kleine Seitenstraßen mit schnuckeligen Reihenhäuschen, meist der einfache Alt-Bremer-Haus-Typus. Im Buntentor gibt’s dagegen eine wilde Mischung verschiedener Baustile, auch viele Mehrfamilienhäuser. Was aber in der Neustadt stimmt: Die Mieten sind noch bezahlbar, und hier gedeiht (Sub)kultur im Kuss Rosa, in der Bremer Shakespeare Company, im Modernes und in der Schwankhalle. Das Südbad und der Werdersee sind ebenso beliebt wie der Delmemarkt oder der kultige Wohnshop Wohnungsbau 101. Entprechend bunt gemischt sind die Bewohner: Studenten treffen auf den türkischen Gemüsehändler, junge Familien auf Rentner und die auf charmant-chaotische WGs.

SCHWACHHAUSEN
Ø Kaltmiete 8,22 Euro pro Quadratmeter
Schon immer wohnten hier der Bremer Geldadel und konservative Kaufmannsfamilien. Daran hat sich nichts geändert. In den Jugendstilvillen und großen Altbremerhäusern mit prachtvollen Gärten wird hanseatisches Understatement gepflegt. Der nahe Bürgerpark und die gute Verkehrsanbindung sind gerade für Familien, die nicht so aufs Geld achten müssen, interessant. Auffällig: Immer mehr Gutbetuchte aus Oberneuland ziehen hierhin zurück wegen der Nähe zur Kultur. Auf der Flaniermeile Wachmannstraße wird der Preppy-Style gepflegt. Da geht man elegant shoppen (Summerhouse, Glanz & Gloria, Princess & Queens) oder schick Latte-Macchiato trinken (Vinostado, Fattoria u.a.).

FINDORFF
Ø Kaltmiete 8,07 Euro pro Quadratmeter
Die Zeiten, in denen Findorff als spießig und schnarchnasig verschrien war, sind endgültig vorbei. Immer mehr Studenten, junge Leute und Familien haben den Stadtteil hinter dem Hauptbahnhof geentert. Zum einen, weil der Bürgerpark und die dahinter liegende Uni nur einen Steinwurf entfernt sind, zum anderen weil hier in den letzten Jahren unheimlich viel passiert ist. Stadtbekannt sind der Findorffmarkt, die schicke Fitness Company und im Sommer der knuffige Biergarten Port Piet direkt am Torfkanal, aber auch die Lilie, Kulturzentrum Schlachthof und schöne kleine Läden entlang der Achse Hemmstraße/Admiralstraße. Das hat inzwischen auch seinen Preis: Die Mieten sind gerade rasant gestiegen.