ST. JOHANNIS (1)
Ø Kaltmiete* 8,34 Euro pro Quadratmeter
Die Altbauwohnungen im ehemaligen Künstlerviertel sind legendär und riesig. Um die barocken Hesperidengärten herum stehen Jugendstilhäuser mit reichlich Stuck an den Decken und edlen Parkettfußböden. Das schätzen auch Kanzleien, Designer, Werbeagenturen und Immobilienmakler als Geschäftsräume. Trotzdem stimmt der soziale Mix. Viele Häuser haben im Erdgeschoss reizvolle Läden oder erstklassige Restaurants wie das „Würzhaus“, „Iu & On“, „Wonka“ oder „Da Ugo“. Daneben gibt es griechische Feinkost, eine Kneipe oder das Galerie-Restaurant „Alla Turca“. Spätestens zur Johanniser Kirchweih trifft sich das ganze Viertel, mindestens vier Generationen vor dem Café „Dampfnudelbäck“.

ST. SEBALD (2)
Ø Kaltmiete 9,86 Euro pro Quadratmeter
Zwischen Dürer, Rathaus und Uni: Das historische Zentrum Nürnbergs mit seinen Fachwerkhäusern in den engen, verwinkelten Gassen unterhalb der Burg ist nicht nur was für Romantiker. Ausgehen ist bei dem riesigen Angebot an Bars, Restaurants, Cafés und lauschigen Plätzen wie am Tiergärtnertor einfach Pflicht. Auch wenn ab 22 Uhr streng auf die Einhaltung der Ruhe geachtet wird – Durchfahrverbot inklusive. In St. Sebald zu wohnen, bedeutet jeden Tag auf Entdeckungsreise gehen zu können. Zum Beispiel rund um die Bergstraße, wo kleine Galerien, eine historische Brauerei, mehrere originale Latino-Restaurants, Puppenmacher und Design-Shops wie „Bohne & Kleid“ aneinandergereiht liegen.

ST. LORENZ (3)
Ø Kaltmiete 8,85 Euro pro Quadratmeter
Je näher am Pegnitzufer, desto besser. In der Fußgängerzone zu wohnen hat hingegen wenig Reiz. Nachts ist es wie ausgestorben, der Blick aus dem Fenster ist meist verbaut, die Wohnhäuser ähneln von innen Plattenbauten. In Richtung Obere Wörthstraße oder am Unschlittplatz und Trödelmarkt ist es malerisch, teuer, aber dafür weht einem hier der Atem der Geschichte entgegen. Oberhalb der alten Sandsteinbrücken tauchte am 26. Mai 1828 das weltberühmte Findelkind Kaspar Hauser auf. Hier stehen bis heute typische Handwerkerhäuser, mit Designwerkstätten, verspielten Cafés, Modeboutiquen und Kult-Lokalen wie „Kon-Tiki“ oder „Kloster“. Die Nähe zur Kaiserstraße macht die Gegend zu einem teuren Pflaster. Shopaholics ziehen besser woanders hin.

ROSENAU/WEIDENMÜHLE (4)
Ø Kaltmiete 8,34 Euro pro Quadratmeter
Schon mal mitten in der Stadt auf dem Dorf gewohnt? Der schmale Streifen zwischen Rosenaupark und der Großweidenmühle am anderen Ufer der Pegnitz gilt als der idyllischste und lebenswerteste Fleck der Stadt. Allerdings ist es nachts auch so ruhig wie am Dorf. Vor allem junge Familien und Paare mit solidem Einkommen haben sich hier eingerichtet. Morgens trifft man sich beim Joggen entlang der Pegnitz, abends beim In-Griechen „Eleon“ oder im Edel-Thairestaurant „Etage“. Das befindet sich im Originalgemäuer der Großweidenmühle. Sogar die Innenausstattung ist teilweise noch erhalten. Das hippe St. Johannis liegt in direkter Nachbarschaft.

MAXFELD (5)
Ø Kaltmiete 9,54 Euro pro Quadratmeter
Noch vor wenigen Jahren haben im Dreieck zwischen Maxtor, Stadtpark und Schweppermannstraße vor allem Studenten, Senioren und Kreative gelebt. Entspanntes Flair, Kultlokale (z. B. „Gregor Samsa“, „Fischküche“, „Lönneberga“), Zentrumsnähe und günstige Mieten waren gute Gründe dafür. Durch Sanierungswelle und Bauboom soll das Viertel zum Luxus-Kiez für wohlhabende Familien werden. Die Durchschnittsmiete am Maxfeld steigt rasant an. Wer es sich leisten kann, zieht in eines der Prachtgebäude aus der Zeit um 1900. Sie liegen im westlichen Teil des Maxfelds. Die neu sanierten Nachkriegswohnungen sind in den meisten Fällen Mogelpackungen – und dafür in der Miete viel zu teuer.