Ausverkauf oder Abschiedsgeschenk? Diese Frage stellt man sich zwangsläufig, wenn Songs posthum veröffentlicht werden. So auch im Fall von Amy Winehouse († 27). Keine sechs Monate ist ihr Tod her, unvorstellbare 4,16 Promille waren zu viel für ihren angeschlagenen Körper. Nun erscheint „Lioness: Hidden Treasures“. Das Album ist kein Nachfolger von „Frank“ und „Back To Black“. Vielmehr enthält es neben vier neuen Tracks unbekannte Originalfassungen ihrer Songs und Coverversionen beliebter Klassiker. Verborgene Schätze eben. Ihre Produzenten Mark Ronson und Salaam Remi hörten sich dafür durch sämtliches Material, das zwischen 2002 und 2011 aufgenommen wurde. Zwölf Songs haben es auf die Platte geschafft. Angefangen beim HipHop- Track „Like Smoke“ mit Rapper Nas über ein Demo von „Wake Up Alone“ bis hin zu einer grandiosen Gute-Laune-Reggae-Version des 60er-Jahre-Hits „Our Day Will Come“. Amys Vater Mitch sagt über „Lioness: Hidden Treasures“: „Erst als ich dieses Album anhörte, erkannte ich die Bandbreite von Amys Talent, und es hat mir wirklich die Sprache verschlagen.“ Kein Wunder: Diese Sammlung setzt der Ausnahmekünstlerin tatsächlich ein eindrucksvolles Denkmal.