Es war ein nebliger Tag damals im Dezember 2004. Ein Sturm zog auf. Doch Dick Brave stieg in seine Cessna und flog den weiten Weg von Dortmund nach Kanada. Das letzte Lebenszeichen: ein kleiner grüner Punkt auf dem Flugüberwachungsradar über den Wäldern Ontarios. Seitdem galt der Rock’n’Roller als verschollen. Fans hatten die Hoffnung fast aufgegeben. Dann das Wunder: Nach jahrelanger Suche fand ein MTV-Reporter den Sänger in der Waldhütte einer verrückten Frau, verlottert wie ein Neandertaler und mit Amnesie. Es war ein steiniger Weg. Doch Brave hat sich zurückgekämpft ins Musikbusiness. Soweit die charmante Lügengeschichte, die sich Popsänger Sasha – der hinter Dick Brave steckt – für sein Comeback als kanadischer Schmalztollenträger ausgedacht hat. Absolut wahr aber ist, dass er und seine Backbeats nun mit „Rock’n’Roll Therapy“ ein mitreißendes Album hingelegt haben, auf dem alte und neue Hits mit ordentlich 50s- und 60s- Pomade frisiert werden. Egal ob Adeles „Rolling In The Deep“, „Just The Way You Are“ von Bruno Mars, „Use Somebody“ von den Kings Of Leon: Bei diesen augenzwinkernden Coverversionen möchte man die Hüften kreisen lassen, sich eine Elvis-Tolle gelen oder den Petticoat herumwirbeln. Willkommen zurück, Dick!