Die Diskussion darüber, welche Airline den freundlichsten Service bietet, ist so alt wie die Passagierfliegerei. Dass die Lufthansa-Stewardessen als „arrogant“ gelten, wem sag‘ ich’s. Aber dann stehen da morgens um sechs drei Mädels oben auf der Gangway und trällern zur Begrüßung der unausgeschlafenen Frühflieger ein Liedchen, nur so, aus Lebensfreude. Arrogant? Die gestandenen Kabinen-Muttis mancher US-Airlines sind als besonders herzlich berühmt. Aber dann wieder sind sie ruppig bis zur Unverschämtheit.

Und erst die Asiatinnen mit ihrem Werbe-Dauerlächen. Eine Augenweide, ein Herzenstrost. Sicher. Nur was ist, wenn da die schiere Hilflosigkeit aus den Porzellanpuppen-Gesichtern schaut? Wenn nur einstudierte Dialoge abgespult werden, aber bei jeder Frage, die nicht im Trainings-Programm vorkommt, gar nichts mehr geht? Und wenn sich dann der Sessel nicht bewegen lässt, der Fernseher streikt, der Kopfhörer nur auf einem Kanal überträgt? Da hilft das süßeste Lächeln nicht weiter. Die Lufthansa-Damen, die sich ja schwerlich auf Nichtverstehen herausreden können, sagen in solchen Missverständnis- Fällen: „Das geht nicht.“ Oder „Das dürfen wir nicht.“ Und sie lächeln kein bisschen dabei. Aber dann wieder – siehe oben. Was will der Schreiber dieser Zeilen sagen? Dass ihm die Stewardess – ob mandeläugig, langnäsig, langbeinig oder wie auch immer – am liebsten ist, die ihm vorm Schlafengehen die Literflasche Mineralwasser an den Sitz stellt. Wahrscheinlich darf sie das gar nicht. Aber sie tut es einfach. Offensichtlich liebt sie ihren Beruf – und ihre Gäste.