Wenn Ricky Gervais austeilt, zieht die Hollywood-Elite die Köpfe ein. Auch in diesem Jahr sorgte der Moderator der Golden Globes mit seinen fiesen Spitzen für reichlich Gesprächsstoff unter den Stars. Am meisten Spott bekamen Justin Bieber und Johnny Depp ab.

In seinem Intro untergrub Ricky Gervais wieder einmal die Bedeutung der Golden Globes und nahm gleichzeitig US-TV-Sternchen Kim Kardashian aufs Korn: „The Golden Globes are to the Oscars what Kim Kardashian is to Kate Middleton. Bit louder, bit trashier, bit drunker, and more easily bought – allegedly.“

Nach der heftigen Kritik an seinen derben Späßen bei der letztjährigen Golden Globe-Verleihung, behauptete Ricky Gervais, nun einem strikten Verhaltenskatalog folgen zu müssen. Natürlich nur, um sich im gleichen Atemzug auf Kosten Jodi Fosters über alle Geschmacksgrenzen hinwegzusetzen. „No profanity, no nudity, no libel, don’t mention Jodi Foster’s „Beaver“. I’ve spoken to a lot of guys here and they haven’t seen it either. Doesn’t mean it isn’t good.“

Dann bekam Justin Bieber sein Feet weg. Ricky Gervais kommentierte Schlagzeilen über eine angebliche Vaterschaft des Teenie-Stars gewohnt bissig: „The only way that Justin Bieber could have impregnated a girl is if he borrowed one of Martha Stewart’s turkey basters.“

Schließlich widmete sich Ricky Gervais wie schon im Vorjahr Schauspieler Johnny Depp und dessen Kinoflop „The Tourist“.
Gervais: „Have you seen ‘The Tourist‘ yet?“
Depp: „Uh.. no“

Weil der Zeitplan der Show schon zur Halbzeit aus dem Ruder lief, machte sich Gervais Gedanken um die Länge der Dankesreden. Sein Hinweis an die Stars: „Just do the main two. Your agent and God,“ Und natürlich setzte der bekennende Atheist Ricky Gervais noch einen drauf: „I know that both God and my agent had exactly the same amount of input in my career.“

Nur an einen Hoolywood-Star traute sich Ricky Gervais nicht heran: Zu George Clooney, den er ehrfürchtig Georgio Cloono nannte, fielen ihm nur Superlative ein. Gervais fürchtete offenbar, Clooney könnte ihm den Rang ablaufen: „If he gets any more popular or handsome he will be hosting these next year“

Ganz anders verfuhr Ricky Gervais mit seinem Landsmann Elton John und Pop-Ikone Madonna. „Our next presenter is the Queen of Pop. Not you Elton, sit down. She’s all woman.“

Als sich Ricky Gervais über Madonna als „real virgin“ lustig gemacht hatte, nahm diese seine fiese Spitze sportlich und konterte: „If I’m still just like a virgin, Ricky. then why don’t you come over here and do something about it. I haven’t kissed a girl in a few years. … On TV.“

Auch Antonio Banderas zeigte sich schlagfertig. Nachdem Ricky Gervais behauptet hatte, er könne kein Wort des Spaniers verstehen, antwortete dieser mit einer Schimpftirade in seiner Muttersprache.

Gervais teilte auch gegen seinen von Kritikern und Publikum gleichermaßen gefeierten Landsmann Colin Firth kräftig aus: „What you don’t know about him: he’s racist. And I once saw him punch a little kitten.“ Der Oscar-Gewinner parierte cool mit britischem Humor und verglich den Gastgeber des Abends mit biblischen Plagen.

Am Ende der Show verabschiedete sich Gervais dann mit einem Rundumschlag von seinem exklusiven Studio-Publikum: „I hope you enjoyed the goody bags and the champagne and the gold. I hope that took your mind off the recession for a while. Thanks, goodnight.“