Kaum ein Act hat im letzten Jahr derart die Hallen ausverkauft. Valeska Steiner aus Zürich und Sonja Glass aus Hamburg waren die Newcomer 2011. Auch im Ausland werden ihre feinsinnigen Popsongs gefeiert. Nun gehen Boy auf große Frühjahrstour.

PRINZ: Eure nächste Tour findet in großen Locations statt. Seid ihr nervös?
Valeska: Als Support für Bosse gewöhnen wir uns gerade daran. Härter wird es, wenn man dann seine eigenen Songs präsentiert.

PRINZ: Können die Hallen auch zu groß sein?
SONJA: Vor 7000 Leuten zu spielen ist toll. Aber irgendwann ist der Sound leider nicht mehr so gut.
VALESKA: Unsere Musik funktioniert eher intim, wir machen keinen Stadionrock. Irgendwo ist Schluss.

PRINZ: Ihr seid auf dem Label von Herbert Grönemeyer. Seid ihr selbst Fans?
SONJA: Wir haben ihn ein paarmal getroffen, und er ist so nett und bodenständig – wir sind totale Fans.
VALESKA: Auch musikalisch. Es ist echt Wahnsinn, über wie viele Jahre er so eine wichtige Persönlichkeit in der deutschen Musikszene geblieben ist.

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PRINZ: Wie finden denn eine Züricherin und eine Hamburgerin zusammen?
SONJA: Wir haben uns in einem Popkurs kennengelernt. Valeska hat mich umgehauen, ihr Gesang war eine Offenbarung. Seitdem spielen wir zusammen.

PRINZ: Ist es schwierig, dass Valeska als Sängerin etwas im Vordergrund ist?
SONJA: Ein Sänger ist die Verbindung zum Publikum. Für mich ist es wichtig, unsere Songs live zu spielen.

PRINZ: Ihr werdet häufig als „süß und bezaubernd“ bezeichnet. Nervt das?
VALESKA:Was mich stört, ist, dass du als Frau entweder Riot-Girl oder süß sein darfst. Dazwischen gibt es nicht viel. Und trägt man einmal ein Blumenkleid, ist man in der süßen Ecke. Diese Schubladen finde ich ein wenig kleingeistig. Aber „bezaubernd“ ist ja per se auch nichts Schlechtes.

Interview: Anika Haberecht und Tim Pommerenke