Als die US-Regierung am 18. Dezember 1917 beschloss, den Konsum von Alkohol zu verbieten, hatte sie keinen Schimmer, was sie da anrichtete. Die Ära der Prohibition von 1919 bis 1933 geriet zur größten Blütezeit des Gangstertums. Kleinganoven wie Lucky Luciano oder Al Capone stiegen durch illegalen Schnapshandel zu mächtigen und gefürchteten Bossen auf – und Hollywood machte sie zur Legende. Derjenige, dem diese Serie (wird auch von TNT ausgestrahlt) ein Denkmal setzt, heißt Nucky Johnson (1883-1968). Steve Buscemi, der großartigste Schmierlappen des USKinos, verkörpert den windigen Politiker – und seine Darstellung des kleinen Spießers mit der Großmannssucht ist allein die Anschaffung von „Boardwalk Empire“ wert. Gleich zu Beginn warnt Nucky in einer ergreifenden Ansprache vor dem Teufel Alkohol – nur um danach einen Schnapsschmuggel zu koordinieren. Seine Liebe gilt der Immigrantin Margaret, deren Gatten er umbringen lässt. Margarets Aufstieg zur Gangsterbraut sowie die Schicksale vieler anderer Einwohner von Atlantic City verwebt die Serie kunstvoll zum spannenden Kaleidoskop über die 20er-Jahre – inklusive der lässigen Mode (Gamaschen!) jener Ära.