Es gibt viele Geschichten darüber, wer damit angefangen hat, im Flugzeug Beifall zu klatschen. Meine stammt von einem pensionierten Stewart der LTU. Der flog, lang ist es her, Gastarbeiter in den Heimaturlaub und wieder zurück. Und die klatschten bei der Landung und auch – was die Crew seinerzeit ziemlich verwirrte – nach dem Abheben. Warum dies? Die hübscheste Erklärung dafür habe ich in einem der vielen Vielflieger-Foren gefunden: Türkische Zivilmaschinen wurden lange Zeit von ehemaligen Militärpiloten geflogen, die ihre Flugerfahrungen auf den unterschiedlichsten Maschinen gesammelt hatten. Die Passagiere wussten also nicht, ob sie einen Jagdflieger oder einen Truppentransporter im Cockpit hatten – und waren heilfroh, wenn es kein Kampfpilot war.

Wie es auch gewesen sein mag, die deutschen Ferienflieger klatschten irgendwann mit. Denn natürlich waren auch sie froh, wenn sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Und froh ist jeder, ob er nun First Class oder Holzklasse fliegt – nur dass abgebrühte Business-Flieger eben zu fein sind, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Bei den Ballermann-Charterfliegern ist das weniger ein Problem. Gut so. Denn peinlich sind nicht die, die ihre Hände rühren, sondern die, die sie stillhalten und deshalb meinen, etwas Besseres zu sein. Man wird nicht first class, weil man seine Emotionen unterdrückt. Und schon gar nicht, wenn man der Crew seine Dankbarkeit verweigert. Nach dem Motto: Für den Busfahrer klatsche ich ja auch nicht (alles in den einschlägigen Foren nachzulesen). Der Streit darüber, ob die Crew das nun mag oder eher lästig findet, geht seit Jahren. Sagen wir so: Die Netten mögen’s.

P.S.: Natürlich gibt’s auch eine amtliche Statistik zum Thema: Danach klatschen 41 Prozent der deutschen Flugreisenden. Frauen 48 Prozent, Männer 35 Prozent.