Man nennt ihn den „Modfather“: ein Mix aus „Pate“ und „Mods“, jener britischen Jugendbewegung, die sich durch ihre stilvolle Mode auszeichnete. Eine Ikone ist Weller, der jetzt sein Album „Sonic Kicks“ veröffentlicht, schon seit den 70ern. Keine Britpop-Band, die den 53- Jährigen nicht als Vorbild bezeichnet: Er machte Punk mit The Jam, Northern Soul mit The Style Council, um dann jahrelang an seinem umfassenden Solowerk zu schmieden. Den guten Stil hat er darüber nie vergessen: Der messerscharfe Sixties-Anzug ist ebenso sein Markenzeichen wie die lässige Brit-Mode von Ben Sherman, Fred Perry oder Liam Gallaghers Label Pretty Green. Kein Wunder, dass der Mann für alle drei Marken selbst zum Designer wurde. Und nun also ein neues Studioalbum, sein elftes als Solist – und es klingt wie ein Jungbrunnen. Seine 25-jährige Neu-Frau Hannah, mit der er „Study In Blue“ anstimmt, diente als Muse. „Und das Leben selbst“, fügt Weller hinzu, denn er kann es heute viel mehr genießen. „Es hilft, in dem Alter zu sein, in dem ich jetzt bin. Ich muss nicht mehr die Welt erobern, habe mir aber einen gewissen Freiraum erarbeitet.“ Das sind nicht nur große Worte. So gut war Weller lange nicht.

CD-KRITIK:
„Sonic Kicks“ klingt, wie das Cover aussieht: modern, poppig und experimentell! Elektronik- Effekte blitzen durch den Opener „Green“, beim Rocksong „Kling I Klang“ hebt Weller das Tempo ordentlich an. Mitunter erinnern die neuen Songs an Blur – kein Wunder, deren Gitarrist Graham Coxon sowie Ex-Oasis Noel Gallagher unterstützen Paul Weller an den Instrumenten. Dieses Album ist die erstklassige Rückkehr des Britpop!