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Die gefragtesten Berufe 2023

Was des einen Leid, ist des anderen Freud. So sieht es aktuell zumindest auf dem Arbeitsmarkt aus. Die deutschen Unternehmen hadern. Es fehlen immer mehr Arbeitskräfte – insbesondere Fachkräfte. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berechnete im November 2022 die Zahl von 1,82 Mio. unbesetzten Stellen in Deutschland. Umgekehrt bedeutet das: Für viele Fachkräfte steht die Karriere-Ampel auf Grün. Wenn du einen Ausbildungsplatz suchsst oder eine Umschulung anstrebt, kann du dir mit der richtigen Berufswahl eine hervorragende Berufsperspektive sichern. Aber in welchen Branchen ist der Bedarf am höchsten? Und: Gehören die meistgesuchten Fachkräfte auch zu den beliebtesten Berufszielen?

Beliebt für Umschulungen: Berufe mit kaufmännischem und digitalem Schwerpunkt

Geht es nach den persönlichen Vorlieben, stehen aktuell kaufmännische Berufe oder Jobs im digitalen Sektor hoch im Kurs. Bei privaten Bildungsträgern sind folgende Umschulungsberufe mit kaufmännischer Ausrichtung und IHK-Abschluss am beliebtesten:

  • Kaufmann/ -frau für Büromanagement
  • Kaufmann/ -frau im Gesundheitsmanagement
  • Immobilienkaufmann/ -frau
  • Industriekaufmann/ -frau
  • Kaufmann/- frau im E-Commerce
  • Kaufmann/ -frau für Spedition und Logistik
  • Kaufmann/ -frau für Personaldienstleistungen

Ebenfalls stark nachgefragt sind Berufsbilder, die mit Informatik, Daten und Digitalem zu tun haben. Das sind u.a.:

  • Fachinformatiker/ in für Systemintegration 
  • Fachinformatiker/ in für Anwendungsentwicklung
  • Mediengestalter/ in für Digital und Print
  • Technische/ r Produktdesigner/ in

Im Schnitt dauern diese Umschulungen rund zwei Jahre inklusive Betriebspraktikum. Für eine reguläre Ausbildung sind drei Jahre einzuplanen. Der Arbeitsmarkt hat eine starke Nachfrage für alle diese Fachkräfte. Möchtest du eine Umschulung über die Agentur für Arbeit machen, hast du sehr gute Förder-Chancen. Am liebsten unterstützen die Arbeitsagenturen aktuell allerdings Umschulungen für diese Berufsbilder: Altenpfleger/ in, Erzieher/ in sowie Gesundheits- und Krankenpfleger/ in. Denn bei diesen Berufen herrscht mittlerweile echte Personalnot. Das gilt auch für den IT-Sektor. Fachinformatiker werden dringend gebraucht und haben sehr gute Förderchancen.

Gefragte Berufe auf dem Arbeitsmarkt rund um Soziales  

Vieles muss unsere Gesellschaft stemmen: Die Inklusion, Hilfen für Flüchtlinge, Suchtkranke, Langzeitarbeitslose, psychisch Kranke, Schulabbrecher – die Liste ist noch längst nicht vollständig. Das alles fällt unter soziale Arbeit. Der Bedarf ist riesig. Fast genau so riesig ist die Nachfrage für Erzieherinnen und Erzieher. Denn für jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr gibt es den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Um diesen Rechtsanspruch umzusetzen, fehlt es leider an pädagogischen Fachkräften. Benötigt werden außerdem die Alltags- und Pflegehilfen für Senioren. In unserem Sozialstaat haben viele einen Anspruch auf Unterstützung für sich selbst, ihre Kinder oder Angehörige. Daraus entsteht ein riesiger Arbeitsmarkt. Der Bedarf ist viel höher als die Zahl an Fachkräften, um ihn zu decken. Die nachgefragtesten Berufe waren laut Institut für deutsche Wirtschaft (IW) im Jahr 2022: 

  • Platz 1: Soziale Arbeit und Sozialpädagogik
  • Platz 2: Erzieherinnen
  • Platz 3: Fachkräfte in der Altenpflege

In allen drei Bereichen sind die Job-Perspektive aktuell hervorragend. Allerdings ist es bei einigen Berufen keineswegs mit einer schnellen Umschulung gemacht. Soziale Arbeit und Sozialpädagogik sind Studienfächer. Wenn du in diesem Beruf arbeiten möchtest, solltest du mehrere Jahre einplanen. Hast du das typische Studienalter schon hinter dir? Dann kannst du diverse berufsbegleitende bzw. Fernstudiengänge für diese Berufsziele absolvieren. Um Erzieher oder Pflegefachkraft zu werden, stehen stattdessen vielfältige Ausbildungs- und Umschulungsangebote zur Verfügung.

Gefragte Berufe auf dem Arbeitsmarkt rund um Gesundheit

Ähnlich gute Perspektiven haben Fachkräfte für Gesundheits- und Krankenpflege. Die neue generalisierte Pflegeausbildung dauert drei Jahre und eröffnet vielseitige Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten. Umschulungen für Quereinsteiger lassen sich in kürzeren Zeiträumen absolvieren – je nach gewählter Qualifikation. Zudem sorgen differenzierte Weiterbildungsangebote dafür, dass Pflegekräfte ein individuelles Berufsprofil aufbauen können. Gerade spezialisierte Fachkräfte werden händeringend gesucht. Doch im Gesundheitssektor fehlt es auch noch anderen qualifizierten Mitarbeitern. Am begehrtesten sind auf dem Arbeitsmarkt:

  • Fachkraft für Gesundheits- und Krankenpflege
  • Physiotherapeut/ in
  • Motopäde/ Motopädin
  • Logopäde/ Logopädin

Physiotherapeuten unterstützen Menschen mit physischen Therapien und Krankengymnastik. Umschulungen dauern hier im Schnitt drei Jahre. Alternativ gibt es die Möglichkeit zum Vollzeit- oder Teilzeit-Studium. Motopäden haben die Aufgabe, Menschen mit Bewegungs- und Wahrnehmungsstörungen zu behandeln. Hier dauert eine Umschulung ein bis zwei Jahre. Beim dritten nachfragten Beruf, die Logopädie, dreht sich alles um die Verbesserung von Stimme, Sprache und Schlucken – beispielsweise nach Krankheiten. Eine Vollzeit-Umschulung oder ein Studium sind hier möglich. Entscheidest du dich für ein berufsbegleitendes Teilzeit-Studium, musst du vier Jahre für die Ausbildung einplanen. 

Gefragte Berufe auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Industrie, Technik und Handwerk

Was immer wieder aus dem Blick gerät: Nachwuchskräfte im Bereich Handwerk, Technik und Industrie sind echte Mangelware. Der Arbeitsmarkt hat eine entsprechend hohe Nachfrage. In diesen Branchen gibt es gute Chancen auf geförderte Umschulungen oder Weiterbildungen. Laut IW standen 2022 die Fachkräfte in der Bauelektrik auf Platz 4 der größten Personalnot. Platz 6 ging an die Fachkräfte im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Positiv ist dabei auch, dass gerade das Handwerk mittlerweile umdenkt. Schulabgänger im Alter von 16 und 17 Jahren haben nicht immer die persönliche Reife für eine Ausbildung mit verantwortungsvollen Aufgaben. Das Handwerk setzt verstärkt auf Umschüler in höherem Alter. Die üblicherweise dreijährige Ausbildungszeit wird dann auf zwei Jahre verkürzt. Am gefragtesten sind diese Berufsziele:

  • Mechatroniker/ in
  • Elektroniker/ in 
  • Industriemechaniker/ in
  • Servicekraft für Elektroenergie und Elektromobilität
  • Fachkraft für Metalltechnik
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachkräfte für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Arbeitsmarktsituation oder persönliche Vorlieben – wie sollte man sich entscheiden?

Der Fachkräftemangel wird in den kommenden Jahren noch zunehmen. Er betrifft so viele Branchen, dass für beinahe jede Neigung und Begabung entsprechende Umschulungen oder Weiterbildungen angeboten werden. Es ist also aktuell eine gute Zeit, in der du deine persönlichen Neigungen mit dem Bedarf auf dem Arbeitsmarkt in Deckung bringen möchtest. Dass du neben den Karrierechancen auch deine persönlichen Neigungen beachtest, hat sogar einen hohen Stellenwert. Dein Risiko zu erkranken, steigt an, wenn dein gewählter Beruf nicht mit den persönlichen Fähigkeiten und Talenten korrespondiert. Vor allem bei Tätigkeiten mit sozialen, pädagogischen oder pflegerischen Aufgaben sind Stressresistenz und eine stabile Persönlichkeit wichtige Faktoren. Wer das mitbringt und zusätzlich Einfühlsamkeit und Organisationsgeschick mitbringt, findet darin viel Erfüllung mit Sinnstiftungspotential. Liegen deine Talente eher im praktischen Geschick, kannst du mit einem handwerklichen oder technischen Beruf nichts falsch machen. Dafür spricht auch die positive Gehaltsentwicklung. Die immer stärkere Digitalisierung aller Arbeitsprozesse verlangt zudem viele Fachkräfte mit IT-Kenntnissen. Mathematisch begabte Computer-Nerds können hier punkten. Hast du stattdessen eine kreative Ader, findest du im Digitalisierungsumfeld spannende und gefragte Berufe wie Produktdesigner oder Mediengestalter. Was auch immer deine individuelle Neigung ist, aktuell bestehen beste Voraussetzungen, um dich in deinem Beruf zu verwirklichen und in eine Zukunft mit besten Karrierechancen zu blicken.  

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