Kein Downtown ohne Andreas Preuß. Vor 20 Jahren warst du selbst noch im Publikum, heute betreibst du den Club. Wie kam“s?
Ich war von Anfang an im Downtown dabei, erst nur als Gast, aber 1996 habe ich die immer noch beste Freitagsparty der Stadt ins Leben gerufen und lange Zeit auch als DJ gearbeitet. Meinen Partner Stefan Schulz habe ich vor zwölf Jahren bei einem Gig als DJ im Theater Junge Generation kennengelernt. Die Chemie hat von Anfang an gestimmt, und als der Laden dann angeboten wurde, weil er nicht mehr lief, haben wir 2001 sofort zugeschlagen.

In 20 Jahren hast du schon viel miterlebt. Gibt es die eine unvergessliche Party?
Es gab schon unzählige legendäre Partys im Downtown, vor allem die „Nasty Love Club“-Party hatte hier eine verrückte und schöne Zeit. Ich glaube aber das erste Wochenende als Betreiber des Downtown wird mir immer im Kopf bleiben, weil alles noch neu und ungewiss war und wir nicht wussten, wie die Leute die Location annehmen werden, zumal der Laden samstags seit über einem Jahr geschlossen war.

Die Geburtstagspartys im Downtown sind längst Kult. Wie lange haltet ihr diesmal durch?
Wir feiern vom 11. bis 13. Oktober. Start ist am Donnerstag, an dem wir mit allen gemeinsam feiern und den traditionellen dreitägigen Party-Marathon eröffnen werden. Und die Geschenke verteilen natürlich wir, mit Feuershows,Tanzperformances, Videoinstallationen, Liveacts und jeder Menge Überraschungen.

Inzwischen haben schon Party-Generationen im Downtown gefeiert. Musst du dich nicht ständig neu erfinden?
Das Downtown ist dafür bekannt, ein internationales und generationsübergreifendes Publikum zu haben, deshalb fällt das bei uns nicht so sehr ins Gewicht. Wir versuchen einfach den Leuten immer eine gute Party zu bieten, ohne viel Schnickschnack. Viele ehemalige Gäste und Mitarbeiter besuchen uns nach langer Zeit wieder, um mit uns noch einmal gemeinsam Partys zu feiern. Aber auch heute sind noch Leute von damals, wie zum Beispiel unser Einlasser Nils oder Dj Regino, bei uns am Start.

Und worauf kannst du so richtig stolz sein?
Stolz bin ich darauf, dass das Downtown niemals seine Authentizität verloren hat und wir über die Jahre hinweg zusammengehalten haben. In der heutigen Zeit ist das nicht gerade der Normalfall.

Lässt du dich privat überhaupt noch von Partys beeindrucken?
Aufgrund meiner langen Party- und Cluberfahrung fällt es mir schwer, von irgendetwas schwer beeindruckt zu sein. Ich finde die Showboxx-Leute gut, weil sie sich treu geblieben sind und ihr Ding durchziehen. Respekt, Gunjah!

Wie sehr hat sich das Publikum geändert?
Da hat sich, glaube ich, nicht viel geändert: Die, die früher da waren, wollten feiern, und die, die heute da sind, wollen auch feiern. Von daher ist es dasselbe geblieben. Eine bunte Mischung aus Studenten, internationalen Touristen, Neustädtern, Schwulen, Prolls …

Das Gespräch führte Sandy Schmied.