Warum habt ihr euch für eure beiden Special-Gigs im September gerade Jena und Dresden ausgesucht?
Wir hatten eine große Sehnsucht nach dem Vollkontakt mit unseren Fans. Mia. ist eine Band der Extreme, darum haben wir uns ganz bewusst für kleine Loca – tions entschieden, die uns von Anfang an unterstützt haben. Dass es am Ende gerade diese beiden Städte geworden sind, war ein schöner Zufall.

Nach „Willkommen im Club“ habt ihr euch als Band eine Auszeit genommen. Was hast du in dieser Zeit so getrieben?
Zehn Monate lang keine Konzerte zu geben, war für mich wie ein Entzug. Ich hatte damals den Fans gegenüber ein richtig schlechtes Gewissen. Die Zeit habe ich teilweise in New York verbracht, um Englisch zu lernen. Ich dachte, das wäre für Mia. der nächste große Schritt, darum habe ich in dieser Zeit viele Texte in Englisch verfasst.

Ab dem 2. November startet ihr die Tour zu eurem mittlerweile 5. Studioalbum „Tacheles“. Wie bereitest du dich auf das Tourleben vor?
Das Tourleben ist der strukturierteste Bereich in meinem Leben. Dafür muss ich natürlich auf allen Ebenen fit sein – das betrifft den Geist, meine Stimme, aber auch meinen Körper, denn alles, was ich auf der Bühne mache, mache ich ohne doppelten Boden – auch die Akrobatik.

Was war das Peinlichste, was dir bisher auf der Bühne passiert ist?
Meistens sind es körperliche Sachen, beispielsweise, dass man hinfällt. Ganz besonders peinlich ist es, wenn ich vor Ablenkung durch das tolle Publikum den Text vergesse. Mein persönlicher Albtraum wäre es, auf der Bühne oder bei einem Live-Interview zu rülpsen.

Habt ihr ein besonderes Ritual, bevor ihr auf die Bühne geht?
Natürlich! Zwei Stunden vor Beginn ziehe ich mich zurück. Dann mache ich eine Stunde Sport, um mich für meine Akrobatik-Einlagen aufzuwärmen. Anschließend singen wir uns alle gemeinsam ein. Bevor es dann auf die Bühne geht, legen wir unsere Hände übereinander und rufen „Ene mene Miez!“.

Was, würdest du sagen, unterscheidet euer neues Album „Tacheles“ von den vorherigen
Das ist der Blick nach innen! Noch nie habe ich mich so genau angesehen. „Tacheles“ ist viel emotionaler, persönlicher und ganz ohne Schnickschnack. Es ist absolut authentisch und spiegelt die Sprache meines Herzens wider.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass du als Front-Frau der Band bei Auftritten oft im Mittelpunkt stehst – genießt du als einzige Frau auch außerhalb der Bühne eine Sonderstellung in der Band?
Da müsste man die Jungs fragen. Ich denke, jedes Bandmitglied steht da, wo es stehen möchte. Die Jungs sind einfach härter im Nehmen als ich. Die können ackern bis zum Umfallen – mich müssen sie da schon eher bremsen, denn mein Instrument ist meine Stimme, also mein Körper. Den muss ich natürlich pflegen.

Worauf können sich die Mia.-Fans in den kommenden Jahren freuen?
In nächster Zeit heißt es: Mia. Live! Live! Live! Am 7. Dezember spielen wir in Dresden und am Tag danach in Leipzig. Hier haben wir schon unglaublich besondere Konzerte gespielt. Nächstes Jahr sind wir dann wieder auf Festivals.

Das Gespräch führte Tabea Grünert.