Für alle, die noch nie bei einem Deichkind- Konzert waren: Was passiert bei euch auf der Bühne?
Deichkind, das ist ein Sammelsurium von Männern, die sich vor Jahren ausgedacht haben, eine Band zu sein und eine Show der Superlative auf die Beine zu stellen. Es ist immer ein bisschen schwer, das für einen Außenstehenden zu erklären, aber vielleicht kann man das so sagen: Es ist eine verrückte und chaotische Choreografie, ein Mischmasch aus Chaos und Struktur.

Ihr choreografiert einige Teile eurer Bühnenshow, beispielsweise mit Bürostühlen. Denkt ihr euch das selbst aus?
Auf jeden Fall! Wir denken uns das nicht am Reißbrett aus, aber wir sind schon eine sehr ideenreiche Band. Leider haben wir oft auch Schwierigkeiten, Ideen umzusetzen, weil sie ganz einfach zu teuer oder nicht machbar sind. Wir versuchen aber, viel auf der Bühne zu experimentieren und zu schauen, was funktioniert und was uns und den Fans am meisten Spaß macht.

Eure Einnahmen gebt ihr zu einem großen Teil für die nächste Show wieder aus. Wie würde ein Deichkind-Konzert aussehen, wenn Geld keine Rolle spielt?
Wir würden wahrscheinlich erst mal ein bisschen weiter wegfahren. Wir haben ja drei Trucks auf Tour, und je länger wir fahren, umso mehr Benzin verbrauchen wir. Deshalb sind wir sehr an die A7 gebunden und fahren die rauf und runter. Wir würden aber auch mal nach Weißrussland fahren oder an den Aralsee und dort ein Konzert geben.

Welche Vorbereitungen sollte man treffen, wenn man zu einem Deichkind- Konzert geht?
Am besten, man macht erst mal ein bisschen Yoga oder geht vorher eine Runde joggen. Dann geht“s in die Halle und dort wird man sozusagen an die Hand genommen und es wird einem gezeigt, wo das Wonderland ist.

„Leider geil“ ist inzwischen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Gibt“s innerhalb der Band Wörter und Redewendungen, die ihr ganz oft gebraucht?
Also „Leider geil“ benutzen wir kaum mehr, aber wir spielen die Nummer natürlich noch. Natürlich freuen wir uns aber auch und es ist ganz lustig, dass es von Langenscheidt als das „Jugendwort 2012″ nominiert wurde, obwohl wir das gar nicht erfunden haben. Diesen Begriff gab“s ja vorher schon, nur haben wir ihn mehr oder weniger auf den Punkt gebracht und auch den Zeitgeist damit getroffen.

Hören Mutti und Vati eure Platten denn noch?
Ja, auf jeden Fall! Am Anfang war es schon so: „Hm, was machen die denn da so?“. Mein Vater hat zum Beispiel gesagt: „Ich versteh“ nicht richtig, was du da machst, aber wenn du irgendwas machst, was dir gefällt, dann verdienst du automatisch dein Geld“. Und sie kommen auch immer auf Konzerte, wenn wir in Hamburg spielen.

Dresden ist ja euer letzter Tourtermin. Dürfen wir was Besonderes erwarten?
Ich denke schon. Das wird eines der besten Konzerte, weil wir am besten eingespielt sind. Dresden ist auch eine tolle Stadt – liegt ja direkt an der Elbe, also setzen wir uns nach dem Konzert einfach in ein Ruderboot und werden die Elbe runter nach Hause fahren.