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PRINZ Test: Planwirtschaft

Ostalgie meets Fugees – geglücktes Experiment oder fehlgeleiteter Stilbruch? Wir wagen den Test und haben uns in der Planwirtschaft Dresden umgesehen.



Strategisch günstig liegt die Planwirtschaft in der belebten Louisenstraße, direkt unter dem Hostel Louise 20. Doch nicht nur „Reisehungrigen“ bietet das Restaurant die Gelegenheit kulinarisch und optisch eine Zeitreise zurück in längst vergangene Zeiten zu machen. 

„Wir waren eines der ersten Nachwenderestaurants hier in der Stadt“, erklärt die freundliche Service-Mitarbeiterin. Bereits um das Jahr 1990 startete die Planwirtschaft den Betrieb, anfangs nur im Keller, der heute ausschließlich für Personalräume und sanitäre Einrichtungen genutzt wird. Vielfältige Relikte aus Zeiten der DDR erinnern an die lange Tradition. Fast museal mutet der Gastraum an – alte Staubsauger und Einweckgläser zieren die Wände, Mobiliar und Lampen sind ebenfalls richtig schön retro. Dazwischen komplettieren einfache Holzbänke das Interieur. Da erscheint es schon fast als Stilbruch, wenn die Fugees während unseres Besuchs aus den Boxen schallen oder weitere R’n’B Klassiker den Genuss der Rhabarberschorle oder Fassbrause (unbedingt kosten!) musikalisch untermalen.

Die Mischung aus Ostalgie und Gegenwart, spiegelt sich auch in der Karte wider. Hier treffen Bauernfrühstück, Soljanka und Tomatenspaghetti mit Jagdwurst auf Curryhühnchen und Salat mit Garnelenspießen. Die Auswahl ist überschaubar, hält jedoch für jeden Geschmack etwas parat. Vorspeisen bekommt ihr ab 3,80 Euro, die Hauptgerichte starten bei 7,80 Euro.

Wir entscheiden uns für Backfisch mir Karotten-Kartoffelstampf und Krautsalat für 10,60 Euro. Nach kurzer Zeit erreicht die wirklich große Portion unseren Tisch. Der Backfisch punktet mit krosser Marinade und saftigem Filet. Der Krautsalat hat ebenfalls angenehmen Biss, schmeckt fein gewürzt und hat nichts mit dem Fertigprodukt aus dem Supermarkt zu tun, das oft in Restaurants gereicht wird. Man schmeckt genau: Hier wird alles frisch zubereitet! Für einen kleinen Minuspunkt sorgt das Gemüse-Püree, das leider etwas nüchtern daherkommt. Mit Salz und Pfeffer auf dem Tisch, würzen wir aber einfach nach eigenem Gusto nach.

  

PRINZ-Tipp: Auch die süßen Speisen sind in der Planwirtschaft eine Sünde wert, aber verzichtet lieber vorher auf eine üppige Hauptspeise!

Fazit: Ostalgie meets Fugees – im Gastraum und auf dem Teller. In der Planwirtschaft glückt dieser Stilmix!

PRINZ-Bewertung: 4/5


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