Essen gehen oder ins Theater? Musical oder Komödie? Oder vielleicht Zirkus? Ach nein, doch lieber essen gehen. Wer sich in diesen Überlegungen wiederfindet, wer sich an gefühlt jedem freien Abend dieselben Ausgehfragen stellt und trotzdem immer die unpassende Entscheidung trifft, dem sei gesagt, dass es dafür überhaupt keinen Grund gibt. Nein, wohnungsinternes Couchsurfen ist natürlich keine Alternative. Vielmehr muss man sich überhaupt nicht mehr entscheiden – zumindest nicht zwischen kulinarischen Hochgenüssen und einem adäquaten Entertainment-Programm. Die Antwort heißt Dinnershow. Eine gute Dinnershow verbindet ein mindestens dreigängiges, kulinarisch hochwertiges Menü mit einem erstklassigen Bühnenprogramm unterschiedlicher Couleur.

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Während sich bereits mittelalterliche Könige ihre Fressgelage ungern durch langweilige Tischgespräche vermiesten, sondern lieber einen Feuerkünstler oder Gaukler engagierten, schien diese Form der Zerstreuung in der Neuzeit lange in Vergessenheit geraten zu sein. Für die Dresdner Dinnershowgeschichte muss man in etwa zehn Jahre zurückrechnen. Damals begann Mirco Meinel, seines Zeichens Event- und Partyveranstalter, mit Merlins Wunderland und dem Zarenkeller die glorreiche Ära des gepflegten Amüsements. Zunächst vor allem in der Weihnachtszeit aufgeführt, wurden die Programme bald ganzjährig etabliert. Nach unzähligen ausgebuchten Shows feiert am 4. Oktober „Die Wunderklinik“ Premiere und verspricht schon jetzt ein heiteres Spektakel zu werden. Ein wenig später verschlug es die Familie Sarrasani wieder in die Dresdner Heimat. Mit dem Sarrasani Trocadero Dinner- und Varietétheater verwirklichte sich André Sarrasani den Traum, mit etwas ganz Besonderem in der sächsischen Hauptstadt Fuß zu fassen. Nach nunmehr fünf Jahren startet am 23. Oktober die Jubiläumsspielzeit und der Magier und Entertainer ist besonders stolz, „über eine so lange Zeit Qualität in Show, Service und Gastronomie“ gehalten zu haben.

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„Für jede Spielzeit legen wir uns selbst die Messlatte immer höher. Wir wollen uns immer wieder verbessern, immer etwas Neues zeigen – das ist die größte Herausforderung“, so Sarrasani. Naturgemäß verrät André Sarrasani nicht viel über die Highlights der kommenden Spielzeit, doch ließ er anklingen, dass es diesmal „noch spektakulärer und exotischer“ werden wird. „Künstler aus 15 verschiedenen Nationen werden den Zuschauer in fremde Welten entführen, zum Staunen und zum Lachen bringen“. Tiger Khan ist mit wunderschönen Deckenmalereien und imposanten Säulen. Noch mystischer wird es mit Showbeginn, dann nämlich, wenn die berühmten Akrobatikzwillinge Pablo und Pierre, die schon für Queen Elisabeth II. auftraten, Quartier beziehen. Mit ihnen werden weitere Zwillingspaare auf und hinter der Bühne den Gast buchstäblich verzaubern.

Neuentdeckung Nummer zwei spielt in einem historischen und originalen Spiegelzelt: Das Theater Wechselbad präsentiert hier unter anderem das Musical „Cabaret“. Ins Berlin am Anfang der natürlich auch 2008 heimlicher Hauptdarsteller der Show, „diesmal in einer Rolle, wie man ihn noch nie gesehen hat“, verspricht das Magier-Herrchen. Noch nie gesehen hat man auch die Dresdner Show-Neuentdeckungen: Mit „Caesar’s House Of Twins“, einer innovativen Show, die im November Premiere feiern wird, beginnt sich Dresden zum wahren Mekka der Dinnershows zu wandeln. Allein der Veranstaltungsort, das Orpheum, ist schon ein ungläubiges Staunen wert: Hinter einer ganz normalen Wohnhausfassade verbirgt sich ein riesiger Saal dreißiger Jahre entführt, geht der geneigte Gast auf eine kulinarische, ästhetische und spektakuläre Reise in die Welt der Unterhaltung. Ob Comedy, Illusion, Musical, spannender Krimi oder Artistik – Dresdens Dinnershows haben für jeden Geschmack etwas zu bieten. Vom Klassiker wie Merlins Wunderland, Sarrasani Trocadero oder Carte Blanche bis hin zu Newcomern wie Orpheum und Nostalgietent – der Trend des glamourösen Entertainments ist schon lange bei uns angekommen und wartet nun darauf, probiert zu werden.

Claudia Seifert