Dabei ist das Spiel Jahr für Jahr das gleiche, wenn Dresden zum Schauplatz einer schon fast zur gefährlichen Tradition gewordenen Demonstration wird. Als Darsteller fungieren neben Tausenden von Menschen, die friedlich den Opfern der Bombenangriffe auf Dresden gedenken wollen, leider auch Links- und Rechtsextreme, welche das tragische Ereignis vor allem für ihre eigenen Zwecke zu politisieren versuchen. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei schon im letzten Jahr die Veranstaltung „Geh Denken“, deren Kerngedanke vor allem der Widerstand gegen Rechts ist.

Im Vorfeld der diesjährigen Veranstaltung sorgte die CDU für Streit, da sie sich an der Aktion nicht beteiligen will. Eine Überlegung, die Oberbürgermeisterin Helma Orosz mit dem Argument begründet, den Tag nicht instrumentalisieren zu wollen. Sie ruft alternativ zu einem stillen Gedenken in der Frauenkirche auf. Vielleicht ist eine solche Rückbesinnung auf die unpolitische Trauer manchmal besser, als das Geschehene totzureden. Dass es schließlich auch ohne viele Worte geht, haben die Dresdner 2005 mit dem Kerzenschriftzug „Diese Stadt hat Nazis satt“ auf dem Altmarkt gezeigt. Bleibt nur noch abzuwarten, wie viele Polizeibeamte 2009 den Gedenktag absichern müssen.
Georg Thieme