Die letzten Jahre und Monate waren für Dynamo Dresden und seine Fans alles andere als langweilig. Vom Aufstieg in die 2. Bundesliga 2004 und dem viel zu schnellen Wiederabstieg in die Regionalliga bis hin zum häufigen Trainerwechsel gab es immer wieder Diskussionsstoff rund um den Verein. Daran ändert auch der Neubau des Rudolf-Harbig-Stadions nicht viel. Nachdem klar war, dass die vier Giraffen abgerissen werden müssen, folgten Unstimmigkeiten über die Vergabe des Bauauftrages, die damit verbundene Verzögerung des Baustarts und schließlich auch finanzielle Schwierigkeiten. Der im schlimmsten Fall drohende Umzug des Vereins nach Leipzig konnte nun durch eine Kostenübernahme der Stadt abgewendet werden. Dabei will Dresden zur bereits bekannten Finanzierung maximal 679 000 Euro zuschießen, um die Fertigstellung zu ermöglichen.

Allerdings sollte man sich fragen, ob die neuen, finanziellen Verpflichtungen der Stadt gegenüber dem Verein nicht auch mehr Verantwortung für die Taten seiner „Fans“ bedeuten. Oberbürgermeisterin Helma Orosz dazu: „Es kommt nun darauf an, dass in Dresden erfolgreicher Fußball wieder in den Vordergrund tritt.“ Vor allem in Hinblick auf die Frauen-Fußball-WM 2011 ist das sicherlich ein schönes Ziel. Wenn die SG Dynamo, welche als Verein schließlich auch die Stadt Dresden repräsentiert, von dieser nun in einer solchen Höhe unterstützt wird, muss sichergestellt werden, dass Chaoten weder dem Fußball noch der Stadt unter dem Deckmantel des Sports schaden können. Georg Thieme