Lieber Gunjah, wie ist der Sonntags Click Clack vor zwei Jahren entstanden?
Eigentlich wollte ich das schon viel eher als 2009 machen. Doch irgendwie habe ich den Gedanken nie zu Ende gesponnen. Man muss sagen, dass wir 2009 recht groß gestartet sind. Das Line-up damals war sensationell. Und die Idee völlig neu: Sonntags von 10 bis 22 Uhr feiern unter freiem Himmel!

Welchen Stellenwert hat denn deiner Meinung nach die Veranstaltung im Dresdner Nachtleben?
Der Click Clack ist ein Aushängeschild für Dresden. Man kennt die Veranstaltung auch in Berlin, ebenso wie den Club Showboxx. Wir sind hier nicht nur Provinz! Das möchte ich zeigen, indem ich auch große, international gefragte Acts nach Dresden hole, was schon oft der Fall war.
Die Leute wissen, dass man hier gut feiern kann und dass es einfach Spaß macht, in Dresden zu spielen. Das ist bei vielen Künstlern angekommen. Und beim Click Clack geht es schon derbe zur Sache. Das ist nichts Alltägliches.

Und was sagen die Künstler zu Dresden? Können die Leute hier gut feiern?
Die Künstler finden die Veranstaltung sehr geil. Es ist schon etwas Besonderes. Die meisten Tages-Open-Airs finden an Seen oder auf großen Flächen statt, wir sind mitten in der Stadt. Von der Terrasse kann man über Dresden schauen. Das ist schon sehr eigen. Zudem ist die Menge an Besuchern stark limitiert, woanders ist es auch weniger familiär. Unsere Fans wissen das zu würdigen.

Wie rechtfertigst du den verhältnismäßig hohen Eintrittspreis?
Normalerweise verlangen wir in der Showboxx für ein oder zwei Gast-Acts zwölf Euro Eintritt pro Besucher. Die 20 Euro in diesem Jahr bei uns sind also ein Schnäppchen. Ich möchte den Click Clack nicht mit einem Festival vergleichen, aber da beschwert sich ja auch keiner über die Preise!
Partys veranstalte ich größtenteils zum Spaß. Viele vergessen oft die enormen Unkosten und den Risikofaktor Wetter.

Die Idee einer Sonntagsveranstaltung hat sich in Dresden durchgesetzt. Was sagst du zu den Kopien im Dresdner Nachtleben?
Wenn andere jetzt ähnliche Veranstaltungen machen – mein Gott, dann ist das so. Ich sage mir da: Leben und Leben lassen. Das Einzige, was ich belächeln muss, sind billige Abklatschveranstaltungen, die im schlimmsten Fall auch noch unseren Namen aufgreifen. Das ist peinlich. Schließlich bin ich der wahre Sonntags-DJ!

Auf welchen Act freust du dich besonders?
Besonders interessant ist der Auftritt von Timo Maas. Er hat noch nie in Dresden gespielt. Ich mag ihn sehr. Viele reduzieren ihn auf seinen Remix für Azzido da Bass, der vor vielen Jahren ein Megahit war. Doch sein Stil ist viel breitschichtiger. Zudem freue ich mich auf Michael Mayer, Amé und Erobique.

Besteht 2012 die Chance auf mehr als zwei Veranstaltungen pro Jahr?
Mehr als zwei Events sind unwahrscheinlich. Wir machen übers Jahr so zwei bis vier Freiluftveranstaltungen. Die Genehmigungen von der Stadt zu bekommen ist nicht ganz einfach.

Das Gespräch führte Sebastian Fränzschky.