Sie haben die Exzellenzinitiative der TU Dresden unterstützt und waren ehrenamtlicher Berater bei Dynamo. Was verbinden Sie ganz persönlich mit Dresden?
Ich war seit Beginn der 1990er Jahre häufig hier, die Entwicklung ist atemberaubend. Die Dresdner sind begeisterungsfähige Menschen. Deshalb habe ich auch keine Sekunde gezögert, als mich der heutige Aufsichtsrats-Chef Thomas Bohn und Helma Orosz um Hilfe für Dynamo gebeten haben. Ich bin sehr stolz, dass ich Dynamo mit auf die Erfolgsspur bringen konnte. Das mich keiner falsch versteht: Ich war nur ein kleines dickes Rädchen im Dynamo-Getriebe. Für den großen Erfolg waren Trainer, Mannschaft, Vereinsführung, Mitarbeiter und die vielen tollen Fans verantwortlich.

Und ihr erfolgreiches Engagement bei der TU Dresden?
Die Universität war dankbar und ich fühlte mich am dicken Bauch gepinselt, dass ich bei der Plakatkampagne der TUD „Wissen schafft Dynamik“ mitmachen durfte. Ich konnte mich mit dem Thema voll identifizieren. Die Grundvoraussetzung ist, jeden Tag etwas zu dazuzulernen. Wissen bleibt Macht! Auch im 21. Jahrhundert.

Am 12. September nehmen Sie am Benefizspiel im Glücksgas-Stadion teil. Warum ist es Ihnen wichtig, das Projekt „Kicking Girls“ zu unterstützen?
Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, sollten denen auf der Schattenseite unter die Arme greifen. Ich finde es toll, dass sich die Laureus-Stiftung dem Thema angenommen hat und sich Fußballerinnen wie Birgit Prinz dafür zur Verfügung stellen.

Mit welchem Ihrer Gegner beim Benefizspiel haben Sie „noch eine Rechnung offen“?
Ich bin selbst nicht am Ball, weil ich den ja schon verschluckt habe. Und jetzt haben die Angst, ich könnte das noch mal machen.

Was denken Sie, welcher Spielertyp Sie als Profi selbst gewesen wären?
Ein Knochenabriss im Sprunggelenk beendete meine Fussball-Laufbahn. Ob ich Profi geworden wäre, sei mal dahingestellt, zum Bundesligaspieler hätte es sicher nicht gereicht. Als junger Fussballer war ich schlank, ein guter Stratege, mit dem Blick für den freien Mann und ein harter Kämpfer.

Heute sind sie Autor, Talkshow-Gast, Werbegesicht, TV- und Radio-Experte. Wie würden Sie sich heute, nach ihrer Zeit als Manager, selbst beschreiben?
Die „Welt“ hat mal einen Artikel über mich geschrieben mit der Überschrift: „Rentner mit 13 Jobs“. Das trifft es in etwa. Wobei ich natürlich kein Rentner bin. Das ist nichts für mich, ich brauche immer ein bisschen Trubel.

Sie sind für Ihr loses Mundwerk bekannt. Woher kommt das?
Ich bin ein Landkölner Edelbauer, rund 15 Kilometer vom Kölner Dom geboren und aufgewachsen. Uns ist das lose Mundwerk angeboren. Und bei mir hat sich das zusätzlich entwickelt, weil ich als kleiner Junge meinem blinden Opa bei stundenlangen gemeinsamen Spaziergängen alles erklärt habe.

Gab es schon mal einen Spruch, den Sie bereut haben?
Eigentlich ist mir nichts peinlich. Man sollte immer zu dem stehen, was man gesagt und getan hat. Ob man es dann wiederholen muss, ist eine andere Frage.

Das Gespräch führte Sandy Schmied.