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„Crossover Corona“ – Kammermusik meets Subkultur

In Krisenzeiten und im stillgelegten Kulturbetrieb müssen KünstlerInnen auf ihre wertvollste Ressource zurückgreifen: ihre Kreativität! Das Blechbläserquartett „Munich Tetra Brass“ und der junge Münchner Komponist Lukas Maier haben in ihrem Gemeinschaftsprojekt „Crossover Corona“ einen kreativen und unterhaltsamen (Aus)-Weg im Umgang mit der Corona-Krise gefunden und covern jede Woche einen Song einer regionalen Band mit kurzem Video auf Instagram und Facebook. 

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Munich Tetra Brass“ besteht aus vier professionellen, hauptberuflichen Musikern (zwei Trompeten, zwei Posaunen), die gerade an der Hochschule für Musik und Theater München einen Master in Kammermusik studieren. Sie spielen hauptsächlich klassische Literatur, blicken musikalisch aber gerne über den Tellerrand hinaus und sind immer auf der Suche nach innovativen und inspirierenden Ideen. Das junge Ensemble widmet sich vielen zeitgenössischen Werken, die oftmals sogar extra für sie komponiert wurden. Gemeinsame Konzerte sind aktuell noch nicht denkbar und doch wollen die vier Jungs nicht von der musikalischen Bildfläche verschwinden. 

Kostenlose Online-Streaming-Konzerte werden gerade kontrovers diskutiert und sind sicher kein Ersatz für ein echtes Konzerterlebnis, aber an einer starken Online- oder Social-Media-Aktivität führt heutzutage sowieso kein Weg mehr vorbei. Wenn nicht jetzt, also wann dann ungewohntes Terrain betreten und mit maßgeschneiderten Arrangements die Münchner Pop-Musik-Welt in Form einer Social-Media-Kampagne erkunden?

So covert „Munich Tetra Brass“ nun bereits in der achten Woche jeden Sonntag einen Song eines/r regionalen Interpreten/in in einem Arrangement aus der Feder von Lukas Maier, einem guten Freund und Kommilitonen aus der Filmmusik-Kompositionsklasse, und präsentieren diese Hits aus unserer Heimat in überraschenden und geschmackvollen Blechblas-Versionen. Verpackt in kurzen, bunten Videos wird man kurz entführt in die vielfältige Welt der Münchner Subkultur. Ob Musik von etablierten bayerischen Künstlern wie „Claudia Koreck“ oder von frischen Newcomern wie den „Some Sprouts“, „Roy Bianco & die Abrunzzati Boys“ oder „Sweet Lemon“: jedes Genre wird ausprobiert, raffiniert arrangiert und virtuos vom Quartett neu eingespielt.

So begegnen sich in Zeiten der Krise zwei verschiedenen musikalische Welten, die sonst manchmal eher miteinander „fremdeln“: bayerische Blechblas-Polka trifft auf Indie-Pop, klassische Kammermusik auf Italo-Schlager. Das Ergebnis ist ein großer Erfolg, denn alle Beteiligten freuen sich über die gegenseitige Wertschätzung, die Hommage an ihre jeweilige musikalische Disziplin und beklatschen sich sozial-distanziert via Instagram und Facebook. Neue Freundschaften entstehen, Communities und Follower durchmischen sich und sogar gemeinsame Konzerte oder Studio-Sessions nach Corona werden schon fleißig geplant. Das Publikum zu Hause darf sich also mit Vorfreude trösten und bis Ende Juli jeden Sonntag um 17.00 Uhr über ein neues „Crossover Corona“-Cover freuen.


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