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DER HOBBIT oder Dorthin und wieder zurück (nach J.R.R. Tolkien)

Bilbo Beutlin, ein Hobbit in den besten Jahren, ist gar kein Freund von Aufregungen. Wenn er daher geahnt hätte, was der Zauberer Gandalf bei seinem überraschenden Besuch im Schilde führte, wer weiß – vielleicht hätte er ihm die Tür seiner beschaulichen Höhle vor der Nase zugeschlagen.

Dann wäre er nicht als Meisterdieb wider Willen auf eine unruhige Reise durch Gefahr und Dunkelheit geschickt worden, wo Riesentrolle, Orks und Spinnen auf ihn warteten, und er wäre weder dem bleichen Gollum noch dem Drachen Smaug begegnet. Allerdings hätte er auch nicht erfahren, wie viel Kühnheit wirklich in ihm steckt, wie es ist, ein anderer zu werden, hoch geschätzt von Zwergen, Elben und Menschen, vertrauter Freund eines Zauberers. Gandalf hatte es übrigens gleich gewußt: »Es steckt mehr in Euch, Mr. Beutlin, als Ihr selbst es ahnt.«

Wo der heutige Animationsfilm in den neuen Möglichkeiten schwelgt, alles zeigen zu können, gewinnt zeitgenössisches Figurentheater seinen Reiz gerade durch das nicht Gezeigte, die Zwischenräume und Leerstellen. Die Kunst besteht hier eben nicht in der Vollständigkeit, sondern in der Wahl des Wesentlichen, des treffenden Fragments, das seine Fortsetzung in der Vorstellungskraft des Zuschauers findet: Dreizehn Zwerge versammeln sich in einer Mütze, in einem Lichtstrahl entsteht das Tal von Rivendell und ein rotes Auge läßt den Schrecken Smaugs des Fürchterlichen erahnen.

1997 gründeten die Musikerin Charlotte Wilde und der Figurenspieler und -bauer Michael Vogel (Absolvent des Studiengangs Figurentheater Stuttgart) ihre Compagnie, zunächst in Stuttgart, seit 2003 in Leipzig, wo Wilde & Vogel den Westflügel als Internationales Zentrum für Figurentheater mitbegründeten.
Figurenspiel und Live-Musik sind die künstlerischen Mittel des Theaters von Wilde & Vogel. Themen und dramatische Vorlagen der Inszenierungen sind vielfältig, immer jedoch werden sie hinterfragt in Bezug auf die ihnen adäquaten Ausdrucksmittel und auf das Wesentliche reduziert, um schließlich den Zuschauern eigene Assoziationsspielräume jenseits des Sichtbaren zu ermöglichen. Neben klassischen dramatischen Stoffen (Hamlet, Faust, Orpheus, Salomé) und Bearbeitungen von Romanen (Krabat, Der Hobbit, Frankenstein), musikalischen Vorlagen (until doomsday, Toccata) oder Poesie (Spleen, Songs for Alice) gibt es eine Reihe von Inszenierungen, die aus eigenen Themen entstanden (Sibirien, Die Empfindsamkeit der Giganten, Dust, Kukułka). Die Zusammenarbeit mit Regisseuren und Kollegen aus den Bereichen Schau- und Figurenspiel, Musik oder Tanz ist für Wilde & Vogel dabei essentiell und es entstehen häufig internationale Produktionen. Premierenort und Koproduzent der eigenen Projekte ist seit 2007 der Westflügel Leipzig, Partner und Koproduzent ist seit 1997 regelmässig das FITZ Stuttgart.

Ausstattung, Spiel: Florian Feisel, Michael Vogel | Musik: Charlotte Wilde | Text, Regie: Christiane Zanger | | Co-Produktion von Florian Feisel (Berlin) & Figurentheater Wilde & Vogel (Stuttgart) mit dem FITZ! Zentrum für Figurentheater Stuttgart, mit Unterstützung durch die Brotfabrik Bonn

Dauer: 70 Minuten

Fahren Sie mit dem Öffentlichen Nahverkehr zur Veranstaltung! Ihr Eintrittsticket gilt im Oktober, November und Dezember als Fahrausweis vier Stunden vor Veranstaltungsbeginn bis sechs Stunden nach Veranstaltungsbeginn in allen Nahverkehrsmitteln – außer Bergbahnen – in der Tarifzone Dresden. Online-Tickets sind als Fahrschein nur mit mitgeführtem Personaldokument gültig.

Termin

Mittwoch, 07.12.2022

Beginn

20:00 Uhr
Bautzner Straße 107
01099 Dresden

Anfahrt

Map data © OpenStreetMap contributors, CC-BY-SA
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