Gerade ist Euer erster Longplayer erschienen. Wie fühlt man sich da?
Ich bin natürlich aufgeregt. Wir haben die Fans ja lange warten lassen, das Album umfasst Stücke aus drei Jahren. Eigentlich haben wir noch viel mehr Material und könnten sofort eine zweite Platte nachschieben (lacht.)

Du kommst aus Australien, Ihr singt in Englisch, was bindet Dich an Düsseldorf?
Düsseldorf hat für mich eine entscheidende Rolle gespielt, auch um mich zu finden. Ich habe so viel Energie, in Berlin oder London wäre ich dauernd unterwegs. Klar, gibt es auch hier tolle Sachen, die man machen kann – besonders am Wochenende. Aber es gibt auch nicht zu viel Ablenkung. Hier kann man sich einfach besser auf seine eigenen Ziele konzentrieren. Mit der Band konnten wir – versteckt in unserem Studio im Hafen – einfach viele Dinge ganz gemütlich ausprobieren.

Inspiriert Dich Düsseldorf musikalisch?
Ja, klar. Natürlich Kraftwerk, die Elektronikszene und Krautrock. Wir sind gut befreundet mit den Jungs von Stabile Elite – ich finde auch gut, was die machen.

Was gefällt Dir als Australier in Deutschland generell?
In Australien ist man oberflächlich offen und höflich. Hier in Deutschland musst du dich erst beweisen, um Respekt zu bekommen. Das ist eine Herausforderung, die mir gefällt.

Apropos … Du warst früher Triathlon-Profi in der Nationalmannschaft – wie bist Du hier gelandet?
2005 habe ich angefangen mit der australischen Jugendnationalmannschaft für Wettbewerbe um den Globus zu reisen: USA, Asien, Europa. So kam ich nach Deutschland – und bin geblieben. Anfangs bin ich hier dann noch für die Bundesligamannschaft vom TV Lemgo gelaufen.

Heute tobst Du Dich auf der Bühne aus. Eine Tour steht an …
Im November geht es los. Und Anfang des Jahres dann nach Finnland und Russland. Dort haben wir eine riesige Fangemeinde. Später touren wir durch Benelux und Frankreich.

Fans in Russland? Wie kommt das?
Wir hatten erst auch keine Ahnung davon. Uns hat letztes Jahr ein Promoter nach St. Petersburg und Moskau geholt und wir hatten unglaubliche Gigs. Die Fans haben die meisten Lieder sogar mitgesungen. Unsere Songs sind dort wahnsinnig bekannt. Das lag daran, dass ich davor ein erstes Demoband an jemanden geschickt habe, der das einfach auf ein Network hochgeladen hat. Das hat sich dann besonders in Russland verbreitet und war letztendlich für uns eine gute Promotion.

Aber Ihr spielt natürlich auch in der Heimat. Was ist Deine Lieblings-Venue in Düsseldorf?
Ich schätze Alex Buzzpop und sein Pretty Vacant sehr. Als wir noch nicht so bekannt waren und es nicht einfach war, Locations für Gigs zu finden, bin ich in seinen Laden gelaufen und habe gesagt: Ich möchte am Freitag hier spielen. Er hat mich angeschaut und gefragt: Wer bist du? Ich sagte: Wenn du von uns noch nicht gehört hast, hast du was verpasst. Das war natürlich ein bisschen arrogant und frech, aber er hat das gemocht, und wir sind freitags aufgetreten – vor ausverkauftem Haus. Seitdem sind wir verbunden.

Interview: U. Hasenfuß