Die 30 Bremer Fans, die sich am 23. Mai in der LTU Arena eingefunden hatten, waren nicht zu beneiden. Im eigens gesperrten (und somit ziemlich leeren) Block wirkten sie noch einsamer. Ihnen standen 51 000 Fortuna-Fans gegenüber – mehr Zuschauer gab es in der deutschen Drittliga noch nie. Wie es der Auswärtsminderheit ergangen wäre, hätte Düsseldorf verloren, darüber möchte man lieber nicht nachdenken. Muss man ja auch nicht. Nach zehn Jahren Dritt- und teilweise sogar Viertligadasein ist die Fortuna zurück in der Profiwelt. Dass das Ganze beim Spiel gegen Bremen entschieden wurde, hatte durchaus eine historische Pointe. Werders aktueller Geschäftsführer ist schließlich Klaus Allofs, dessen Leistungen als Fortuna-Spieler man bei Fans nicht extra hervorheben muss. Erfreulich auch, dass mit Union Berlin genau die Mannschaft mitaufgestiegen ist, gegen die die Fortuna anno 2004 das erste Spiel in der LTU Arena absolvierte – und damit den damaligen Rekord von 38 000 Zuschauern aufstellte.

Wie’s nun weitergeht, wird sich zeigen. Bei Redaktionsschluss war der deutsch-israelische Millionär Daniel Jammer als Mäzen im Gespräch. Er ist Besitzer des israelischen Erstligisten Maccabi Netanya. Dessen Trainer ist ein alter Bekannter – Lothar Matthäus. Das Gerücht, er könne nun Geschäftsführer von Fortuna Düsseldorf werden, ist inzwischen allerdings vom Tisch. Matthäus trainiert in der kommenden Saison den ungarischen Verein FC Fehervar. Die Fortuna sollte über diese gescheiterte Personalie nicht traurig sein. Hauptsache, Sportreporter Manfred Breuckmann muss seine berühmten Worte nicht mehr wiederholen: „Holt die Antidepressiva raus, die Fortuna spielt.“ juk