Krisenjahre treffen die Kunst- und Kulturbranche in der Regel am härtesten. Notfalls sparen die Menschen eher an der Theaterkarte als am Griechenland-Urlaub. Kultur gilt als Luxus. Auch der Staat spart in schwierigen Zeiten am liebsten bei Museen, Opern oder Festivals. In Düsseldorf stimmt diese Binse allerdings nicht. Der Kulturetat beträgt im laufenden Jahr 130 Millionen Euro, das sind 6 Millionen mehr als im Vorjahr und nur 11 Millionen weniger, als das Land insgesamt für Kultur ausgibt. Größter Posten im Düsseldorfer Kulturhaushalt sind die Bühnen. Die Deutsche Oper am Rhein und das Schauspielhaus erhalten insgesamt 44 Millionen Euro. Das Schauspielhaus bekommt auch noch Zuschüsse vom Land und ist damit der größte Empfänger von Kulturzuwendungen in der Stadt. Die Wertschätzung von Tonhalle und Düsseldorfer Symphonikern kann man an der städtischen Unterstützung von 15 Millionen Euro ablesen.

Museen und Sammlungen (Stiftung Museum Kunst Palast, NRW-Forum, Schloss Benrath, Kunsthalle) bekommen dieses Jahr 12,7 Millionen Euro. Für die Förderung Dritter stehen dem Kulturamt 10,5 Millionen Euro zur Verfügung. Vergleiche mit anderen Städten sind schwierig, da deren Zahlen zum Teil auf unterschiedlichen Finanzmodellen basieren und mehrere Bereiche einbeziehen. Hamburg, eine finanziell ähnlich starke Stadt, hat zum Beispiel eine gemeinsame Behörde für Kultur, Sport und Medien mit einem Gesamtbudget von 397 Millionen Euro im Jahr 2009. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Bereich Kultur die Einzelposten Sport und Medien überragt, dann steht Düsseldorf immer noch sehr gut da. Schließlich ist Hamburg dreimal so groß. juk