Thomas, du bist in Köln geboren, lebst aber in Düsseldorf. Warum?
Schon als Kind bin ich mit meinen Eltern am Wochenende nach Düsseldorf gefahren. Wir haben uns schick gemacht und sind über die Kö flaniert, haben viel bei „Franzen“ gekauft, sind am Rhein entlang spaziert. Für mich war dann schnell klar – hier willst du mal leben.

16 Jahre bist du nun schon hier. Was gefällt dir an der Stadt?
Düsseldorf ist nach wie vor das Zentrum der Mode in Deutschland. Hier wird geordert, in Berlin nur gefeiert. Dazu kommt natürlich die Schönheit der Stadt. Wenn ich morgens mit dem Fahrrad aus dem Hafen am Rhein entlang in mein Atelier fahre, geht mir das Herz auf.

Wenn du ein Bier genießt, eher ein Kölsch oder doch ein Alt?
Beides! Zum „Halve Hahn“ ein Kölsch, zum Metthappen ein Uerige- Alt. Da gehe ich auch mit allen Geschäftspartnern hin.

Du hast 2010 dein eigenes Label „Thomas Rath“ gegründet, was hast du zuvor gemacht?
Ich habe mein ganzes Leben in der Mode verbracht. Gelernt habe ich bei Basler, später war ich Chefdesigner bei Jil Sander, Windsor und Escada. Mit unserer Agentur haben mein Mann Sandro und ich ein internationales Netzwerk aufgebaut. Da fiel es mir natürlich etwas leichter, meine Kollektion zu vertreiben. Ich hatte von Anfang an 80 Geschäftskunden.
Du orientierst dich an englischem Landadel, Reitsport und den 60er Jahren. Hast du einen Designer zum Vorbild?
Absolut. Für mich ist und bleibt Ralph Lauren der Godfather des Stils. Von der Socke bis zur Duftkerze – toll. Meine Mode ist aber vielleicht noch einen Ticken weiblicher.
Du sagst, du machst Frauen schön – wann denn Männer?
Also, am liebsten morgen, wenn der Tag denn 48 Stunden hätte. 2013 wird es aber definitiv Thomas Rath für den Mann geben.

Du würdest einen 48-Stunden-Tag ausfüllen? Erzähl mal …
Also ich arbeite natürlich an einer neuen Kollektion, muss Schnitte machen, Stoffe auswählen, parallel dazu für Germany“s Next Topmodel drehen und dann hatte ich auch noch mein Schauspieldebüt im „Polizeiruf 110“.

Was gibt“s denn neues bei GNTM? Wer ist dritter im Jury-Bunde und wer gewinnt am Ende?
Haha, ehrlich gesagt, weiß auch ich ziemlich wenig. Ich fänd ja Joko und Klaas gut, zumindest als Trainer für einen Nachmittag. Ansonsten soll doch bitte mal jemand eine Männerstaffel von GNTM produzieren. Es klingelt, Desirée Nick kommt rein, Küsse werden getauscht, neue Ware präsentiert.

Bei dir ist ja immer was los …
Ja, Desirée und ich sind enge Freunde, sie trägt ganz viel von mir. Mit ihr würde ich glatt auf die Kabarettbühne gehen. Das wäre ein Wunsch.

Apropos Wunsch, wie feierst du Weihnachten? Eigentlich geht“s immer auf die Malediven bis über Silvester. Diesmal aber ins kalte NY. Silvester verbringen wir in Lech. Dann gibt“s Braten und Germknödel. Das verbrenne ich aber auch, ich fahre nämlich leidenschaftlich gern Ski.

Interview: N. Mertens