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Üppiger Garten statt ödes Brachland

Kaum hatte der neue Club von Szene-Urgestein Hans Romanov eröffnet, tauchten schon die ersten Hindernisse auf. An ein Aus denken Romanov und Nicole Forster aber vorerst nicht.



Die Freude war groß als Partymacherlegende Hans Romanov auf Facebook vor gut drei Wochen die Baustellenparty in seinem neuen Club ankündigte. Nach dem plötzlichen Ende des Yachtklubs vor einem Jahr gab es kaum eine Anlaufstelle für all die Clubgänger, die normalerweise keinen Fuß in die Mainstreamläden der Stadt setzen. Also auf zur Baustellenparty! Mit ins Boot, oder besser, die Bar hat sich Romanov Nicole Forster, seine Ex-Barchefin des Yachtklubs, als Companion geholt. Im früheren Le Bar in der Sandhofpassage empfangen die beiden ihre Gäste. An der Glasscheibe steht jetzt „Le Bau“. Das Ambiente ist so geblieben – plüschiges Rot, Holzvertäfelung, schummrige Baratmosphäre. Und einen wunderschönen Garten gibt es auch.

Beschwerden von einem Anwohner

Bevor es Le Bar hieß, war der kleine, charmante Ort das Liliput, noch früher, in den 50ern, beheimatete es das legendäre Café Wipra. Dort krächzten Papageien zum Kaffeklatsch und hangelten sich Affen am Kronleuchter über den Frankfurter Kranz. Ein Ort mit Geschichte also. Leider stellte sich schon am Eröffnungswochenende heraus, dass es auch an dem neuen Ort Hürden zu überwinden gilt. Ich möchte an dieser Stelle kurz an den Zwischenstopp Romanovs dieses Frühjahr auf der MS Wodan erinnern. Der Club Sacramento überlebte dort nur knapp drei Wochen.

Seit dem ersten Abend im Neglected Grassland gibt es nun von einem Anwohner Beschwerden wegen der Lautstärke. Man hat ja generell Verständnis für den Wunsch nach ungestörtem Schlaf, aber immer öfter hört man, dass Orte des öffentlichen Lebens schließen müssen oder der Weihnachtsmarkt z.B. um 21 Uhr einpackt, weil es eine einzige Person gibt, der das bunte Treiben der anderen Stadtbewohner nicht passt. Nun wohnt besagter Beschwerdeführer ja nun mal in der Innenstadt und nicht am Riedberg (wo man von nächtlicher Ruhe mal ausgehen darf). Es gibt auch Mitbürger, die in die Klappergasse nach Alt-Sachsenhausen mitten ins Viertel der Junggesellenabschiede und feiernder oder frustrierter Fußballfans ziehen, um sich dann über Ruhestörung zu ereifern. Und sie finden auch noch Gehör. Aber das ist ein anderes Thema.

Neglected Grassland weiter geöffnet

Nach drei Wochenenden steht fest – die Frankfurter Subkulturszene lässt sich die Laune nicht verderben. Egal, ob Funk & Soul, Electro oder Gay-Party – die Stimmung war großartig. Im Moment ist Romanov zuversichtlich: „Die Chancen, dass es weiter geht, stehen gut“. Auch von seiten der städtischen Hausverwaltung wurde ihm signalisiert, dass man das Problem in den Griff kriegen könnne, so dass alle Beteiligten zufrieden sind.

Und wir freuen uns, dass Romanov es jedes Mal schafft, ein so interessantes Publikum zusammenzubringen. Hier treffen wieder hippe HFG-Studentinnen auf den Sixties-Fan mit Pilzkopf, Nachtgestalten älterer Semester auf junge Kreative der Stadt.

Bleibt also zu hoffen, dass das neue Projekt Neglected Grassland, was übrigens sinngemäß so etwas wie Brachland bedeutet, nicht bald wieder ein solches sein wird. Vorerst wird weitergefeiert, immer von Donnerstag bis Samstag, ab 22 Uhr. Geplant ist auch, schnellstmöglich tagsüber ab 11 Uhr zu öffnen. Dann gibt es leckere Kleinigkeiten aus der Küche, zubereitet von Bar- und Küchenfee Nicole Forster. Denn das Neglected Grassland ist nicht nur ein Ort um Partys zu feiern, sondern soll vor allem ein Ort sein, an dem man entspannt Leute treffen und Musik aller Art hören kann. Du willst später mitreden können? Dann auf in die Sandhofpassage. Wir drücken Hans Romanov und Nicole Forster auf jeden Fall fest die Daumen!


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