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PRINZ im Interview: Nelson Müller

Nelson Müller verbindet mit seinem neuen Projekt – dem Cotton Club – seine beiden großen Leidenschaften, das Kochen und die Musik. PRINZ traf den Sternekoch in Frankfurt.



© Cotton Club
Nelson Müller, Sternekoch und Hobby-Musiker, hat es mit seinem neuen Projekt – der Dinnershow Cotton Club – geschafft, seine beiden großen Leidenschaften, das Kochen und die Musik, miteinander zu verbinden. Dabei soll sich der Cotton Club in kulinarischer wie auch in künstlerischer Hinsicht von allen bisherigen Dinnershows abheben. Müller präsentiert seinen Besuchern ab dem 31. Oktober in einem Zeltpalast an der Hanauer Landstraße ein Vier-Gang-Gourmet-Menü gepaart mit Darbietungen von rund vierzig Tänzern, Musikern, Akrobaten und Artisten. Namhafte Künstler der Soulszene wie Leah Jones, die bereits mit Stevie Wonder auf der Bühne stand, sowie „Louis Armstrong“-Double ML Jordan und die Original Cotton Club Dancers aus New York sorgen für ein abwechslungsreiches Eventspektakel. Der ursprüngliche Cotton Club in Harlem war in den 1920er und 1930er Jahren die Geburtsstätte von Weltstars wie Louis Armstrong oder Ella Fitzgerald.

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© Markus Hildebrand Fotografie
„Mein Menü für den Cotton Club ist eine Kombination aus „meinen“ und „amerikanischen“ Klassikern, mein ganz persönlicher Küchensoul für die Seele. Denn Essen soll nicht nur satt machen, sondern auch die Seele umarmen“, so Müller. Sein Vier-Gang-Menü beinhaltet Köstlichkeiten wie Fjordforelle „Mainhattan Style“ (Forelle in Whiskey gebeizt, Tatar in Apfelgelee, Räuchertörtchen, Forelle confiert, Kaviar und Reibekuchen) gefolgt von Nelsons „Chicken Tea“ (Perlhuhnessenz mit Maultaschen, Klößchen und grünem Spargel) sowie als Hauptgang Angusburger „inside out“ (Filet und Burger vom Angus Rind mit Brioche und Variationen vom Mais mit Barbecuesauce und Jus). Zum Dessert gibt es die Schokoladenvariation „Chocolate Club“ von der Grand Cru Virunga Schokolade. Bei der vegetarischen Variante, die selbstverständlich ebenfalls angeboten wird, serviert Nelson Müller ein Carpaccio von der Hass-Avocado mit eingelegtem Gemüse und Brotchips sowie, als alternativen Hauptgang, gebackene Lasagne von der Aubergine mit confierten Tomaten und Rucola.

PRINZ traf Sternekoch Nelson Müller in Frankfurt zur Menüvorstellung und sprach mit ihm über Soul Food, Grüne Soße und seinen ganz persönlichen Frankfurt Tipp.

© Ralf Schultheis
Herr Müller, was unterscheidet den Cotton Club von den bisherigen Dinnershow?
Es ist natürlich die thematische Überschrift, die dieser legendäre Musikclub aus Harlem aufgreift: Die Kombination aus Gastro und Show, die über Jahre gelebt und zelebriert wurde. Und das auf einem Niveau, dass diese Location über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Diese Thematik wird bei uns aufgegriffen, die hat man so nicht bei anderen Dinnershows. Aber auch das Individuelle, mit mir hier in Frankfurt und Stefan Marquard und Holger Stromberg in München. Das sind alles unterschiedliche Charaktere, jeder hat seinen Style, aber wir sind alle lockere Typen, die das Leben und auch gute Musik lieben. Bei mir ist es eben auch diese Art von Musik. Ich glaube, bei mir liegt das sehr nahe zusammen, die Leidenschaft und die Hobbys, die ich habe und die ich hier ganz natürlich miteinander verbinden kann. Es hat sich einfach ergeben und passt sehr gut zusammen.

Was haben Sie für Erwartungen an den Cotton Club?
Ich glaube, es wird ein Fest für die Sinne. Wir müssen uns natürlich anstrengen, dass das Menü gut ist und dass das auch logistisch gut klappt. Aber wenn alles gut organisiert ist, was natürlich die meiste Arbeit ist, dann wird es großartig. Die Künstler sind schon etwas besonderes, wir haben tolle Musiker und Sänger, das ist einfach nur Urlaub!  

© Ralf Schultheis
Wie haben Sie sich auf die Menüzusammenstellung vorbereitet? Haben Sie sich von der Musik inspirieren lassen und sich eingelesen, wie es im Cotton Club früher so war?
Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Soulfood, Cajun Kitchen und so weiter. Aber zum Menü musste ich doch etwas brainstormen. Ich habe mich mit meinen kulinarischen Sparringspartnern zusammengesetzt und einfach mal die Gedanken gewälzt. Man muss immer eine Symbiose finden aus Gerichten, die gut ankommen und die auch eine größere Menge zufrieden stellen. Wenn man da zu experimentell oder zu kompliziert wird, tut man sich auch keinen Gefallen. Eine Mischung zwischen spannend, neuartig aber doch auch gelernt und gewohnt, das war die Herausforderung. Aber ich freue mich sehr darauf!

Stehen Sie dann auch selbst auf der Bühne des Cotton Clubs und singen?
Ja, es ist eingeplant, dass ich auch auf die Bühne gehe, wenn ich vor Ort bin. Ich bin ein großer Soul Musik Fan und singe ja auch. Ich werde mit der Band dann ein, zwei Stücke einstudieren, die wir auch mal spontan spielen können. Das ist dann wirklich die perfekte Verbindung.

Treten Sie noch auf mit Ihrer Band?
Ja, sogar öfters, auch mal bei Events. So war ich vor kurzem bei der Chartshow von RTL mit meiner Band. Hier und da spiel ich mal.

Singen Sie auch bei sich in Ihrem Restaurant Schote in Essen?
Nein, das heißt doch, einmal im Jahr und zwar am Valentinstag!

© Ralf Schultheis
Wo singen Sie privat? Beim Kochen? Im Auto oder unter der Dusche?
(Lacht) Ich singe auch Zuhause, dort steht meine Gitarre und dann singe ich schon mal, wenn es zur Stimmungslage passt.

Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?
Das geht schon in die Richtung der Musik, die auch im Cotton Club gespielt wird. Ich mag aber auch viel Zeitgenössisches, Hip Hop, Reggae, Soul und Black Musik.  

Haben Sie für die PRINZ Leser noch einen persönlichen Frankfurt Tipp? Wohin gehen Sie, wenn Sie in Frankfurt sind?
Alt Sachsenhausen natürlich, das hat mir sehr gut gefallen. Ich mag auch das Traditionelle, das Bodenständige. Das gehört einfach dazu, wenn man in Frankfurt ist. 

© Dorothee Gödert
gen Sie Frankfurter Grüne Soße?
(Lacht) Ja klar, sicher, das ist ein Klassiker. Und Äppelwoi trinken, das gehört natürlich dazu. Aber es gibt hier auch jede Menge Top-Gastronomen, die eine tolle Küche zelebrieren und viele modere Restaurants, die alle eine Reise wert sind. Es gibt ganz moderne Konzepte, die man sich unbedingt ansehen sollte. Die Stadt pulsiert, sie ist immer am Puls der Zeit. Gerade die Bar Szene ist sehr groß mittlerweile. Insider sprechen davon, dass Frankfurt zur Zeit die beste Barszene hat. Hier sind tolle neue Talente, die einen richtig guten Job machen. Die Bars in Frankfurt sollte man sich einmal genauer ansehen! Das steht auch auf meiner nächsten To Do Liste, wenn ich Zeit habe und hier abends auf einen Absacker durch die Bars tingle!

Vielen Dank für das Gespräch!

© PR
Vier Monate lang und mit über 100 Vorstellungen und 40.000 Gästen will der Cotton Club einen Ausflug in die Roaring Twenties bieten: mit einem neuen Showprogramm aus Artistik und Akrobatik und „echtem Harlem Entertainment“. Die Shows dauern circa 3,5 Stunden und Karten für die 440 Plätze sind ab 99 Euro erhältlich. An Silvester ist sogar ein besonderes Menü-Special geplant. In Frankfurt feiert die Dinnershow Ende Oktober ihre Deutschlandpremiere, ab 6. November wird es dann einen zweiten Cotton Club in München geben, dort unter der Regie der Starköche Holger Stromberg und Stefan Marquard.


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