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Monet und die Geburt des Impressionismus

Die Ausstellung „Monet und die Geburt des impressionismus“ im Städel zeigt mit 100 Werken die Entstehung dieser Kunstrichtung.
 

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Monet als Schlüsselfigur

Am Tisch sitzt eine Frau mit einem kleinen blonden Kind. Eine andere Dame, schwarz gekleidet und mit Schleier, lehnt am Fenster. Ein Hausmädchen tritt in diesem Moment durch die Tür ins Zimmer, als wolle sie nachsehen, ob nichts fehlt. Eier, Brot, Wein, Trauben stehen auf dem mit weißer Tischdecke eingedeckten Tisch. Ein Platz ist leer. So als hätte ihn eben jemand verlassen. Vielleicht Claude Monet, der Maler selbst? Fast könnte man den Eindruck bekommen, er ist eben vom Stuhl aufgestanden, um diese intime Familienszenerie auf Leinwand zu bannen – in dunklen, gedeckten Tönen und Weiß in vielen Facetten.

Das großformatige Gemälde „Das Mittagessen“ (1868/69, 231,5 cm x 151,5 cm) ist eines der Schlüsselwerke der Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus“ und gehört zum Bestand des Städel-Museums. Das Bild wurde seinerzeit von der Jury des Pariser Salons abgelehnt. Die Darstellung galt als provokativ und radikal. Die Komposition wirkt wie ein Gemälde alter Meister, die Szenerie aber ist alltäglich, geradezu intim.

Auflösung des Gegenständlichen

Ein paar Jahre später – 1874- stellt Monet in der ersten Impressionisten-Ausstellung auf dem Boulevard des Capucines in Paris, dieses und ein weiteres großes Werk aus: „Das Mittagessen: dekorative Tafel“ (ca 1873,

160 X 210 cm).

Eine sommerliche Leichtigkeit durchschwebt die Szene. Das helle Licht spielt mit Blättern und Blumen, wirft Schatten auf den von der Sonne gewärmten Weg. Die Menschen sind fast verschwunden. Das kleine Kind unter dem Baum neben dem Tisch und die weiß gekleideten Damen im Garten treten zurück hinter der atmosphärischen, flirrenden Schwerelosigkeit, in der man meint, Bienen summen zu hören und die Wärme der Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.

Dieses Werk Monets zeigt deutlich, wohin seine Entwicklung geht – von geschlossenen Räumen nach draußen in die Natur, weg von gegenständlicher Malerei hin zu momenthaften Eindrücken alltäglicher Beobachtungen, zu einem schnellen Pinselduktus und mehr Farbigkeit.

Genau diese Entwicklung, aber auch die Bedeutung des Impressionismus für die Kunst, zeigt die gelungene Sonderausstellung sehr anschaulich. Claude Monet wird hier als wichtigster Vertreter des frühen Impressionismus zur Schlüsselfigur. Rund die Hälfte der gezeigten Werke in der Ausstellung trägt seinen Schriftzug.

Großstadt als Thema der Malerei

Die insgesamt 100 Werke, darunter wichtige Arbeiten von Künstlern wie Edgar Degas, Auguste Renoir, Alfred Sisley, Édouard Manet, Berthe Morisot, Camille Pissaro, aus eigenem Bestand und aus großen internationalen Sammlungen, werden auf zwei Ebenen gezeigt. In den Fokus gerückt werden dabei die Anfänge in den frühen 1860er Jahren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Parallel dazu werden auch Fotografien und die damalige Entwicklung dieser noch neuen Kunstrichtung gezeigt.

Am Anfang steht ein Prolog, der die Vorbilder der frühen Impressionisten zeigt, Freiluftszenen der „Schule von Barbizon“, bei der sich schon die Motive, aber auch eine Skizzenhaftigkeit der Malweise abzeichnen.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich wieder dem Werk Monets, in dem auch die beiden oben genannten Bilder zu sehen sind. Steht man vor seinem Werk „Der Boulevard des Capucines“ (1873), erkennt man sofort eine weitere Neuerung – das Thema der Großstadt. Zu dieser Zeit entwickelt sich Paris zu einer modernen Metropole. Die wachsende Anonymität zeigt sich hier deutlich in den nur angedeuteten Körpern der Menschen, ein Gewimmel und eine Unruhe wie man sie als Großstadtmensch der Moderne erlebt – auch heute noch.

Weitere Themen sind Freizeitaktivitäten, meist in der Natur, technischer Fortschritt, Straßen- und Bahnhofsszenen.

Die Leichtigkeit und der zuweilen aus den Bildern strahlende Optimismus sollten aber nicht über die zeitgeschichtlichen Hintergründe hinweg täuschen. Denn leicht und schwerelos war das Leben zu dieser Zeit keineswegs – 1871 war Paris von den Deutschen besetzt als Folge des Deutsch-französischen Krieges, dem in Paris 30.000 Menschen zum Opfer fielen.

Das Spätwerk Monets – Reihen und Serien

Ein Epilog bildet den Schluss der Ausstellung und zeigt das Spätwerk Monets ab 1895, in dem Reihen und Serien eine große Rolle spielten. Seine Serie „Kathedrale von Rouen“ treibt die Auflösung der Gegenstände auf die Spitze. Die Kathedrale ist nur noch schemenhaft zu erkennen, Licht und helle Farben dominieren das Bild und erzeugen eine Stimmung wie an einem nebligen frühen Morgen bei Sonnenaufgang.

„Das Motiv ist für mich nur eine unbedeutende Sache, was ich wiedergeben möchte, ist das, was zwischen dem Motiv und mir liegt“. (Claude Monet 1895).

Die Sonderausstellung im Städel ist ein spannender Spaziergang mit großen Werken ausdem Städelbestand und  internationalen Sammlungen, die Du jetzt noch bis 28. Juni im Städel bewundern kannst. Also nix wie hin!

Die Ausstellung wurde wegen starker Nachfrage verlängert bis zum 28. Juni 2015. Ab dem 9. Juni hat die Ausstellung zusätzlich auch montags geöffnet! Die Öffnungszeiten sind dann täglich von 10-21 Uhr.

Detaillierte Infos und ein kostenloses Digitorial findest Du auf der Homepage des Städels:

http://www.staedelmuseum.de/de/ausstellungen/monet-und-die-geburt-des-impressionismus

 


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