Was ist rührender als das Schicksal eines dreibeinigen Tierheimhundes, der ein neues Zuhause sucht? Viel gibt es da nicht. Vielleicht das: eine Fernsehsendung, die heimatlose Tiere vermittelt – nun aber ausgemustert wurde, weil das niemand mehr sehen will. In 33 Jahren hat „Herrchen gesucht“ rund 17000 Tieren aus der Patsche geholfen. Und zu Glanzzeiten 200 000 Menschen vor dem Bildschirm versammelt. Am Ende jedoch sank die Zahl der Zuschauer auf mickrige 10 000. Selbst entsetzte Tierschützer, die vor dem HR protestierten und Beschwerdeunterschriften zusammentrugen, konnten das Aus der Sendung nicht verhindern.

Auch ProSieben-Moderatorin Sonya Kraus war mit einem Rettungsangebot zur Stelle. Im kurzen Rock und ohne Gage wollte sie die angeschlagene Sendung aus der Krise führen. Eine gute Idee? Eher nicht. Denn wie jeder Fan weiß: Dass „Herrchen gesucht“ unter der etwas tantenhaften Moderatorin Barbara Siehl einst zu Hessens charmantester Kuppelshow avancieren konnte, verdankt die Sendung am allerwenigsten kalkulierter Sexyness. Im Gegenteil. Das Geheimnis des Formats lag immer schon in einer unschlagbar struppigen Natürlichkeit. Zum allerletzten Mal konnte man sich davon am 17. Dezember überzeugen.
Markus Wölfelschneider