Edgar Lissel ist ein Hamburger Fotograf, der seine legendär gewordene Arbeit „Bakterium“ vor einigen Jahren erstmal in Frankfurt zeigte. Mehrere Tage lang ließ er Bakterienkulturen nach vorgegebenen Bildern wachsen. Dieser Wachstumsprozess der Bakterien in einer Agar-Nährlösung in durchsichtigen Petrischalen ähnelt dem der Belichtung von Fotopapier: Die Stellen, auf die das Licht fällt, werden dunkel, die, auf die wenig Licht fällt, bleiben hell. „Bakterium“ ist jetzt wieder zu sehen und ähnlich skurril und konzeptuell sind viele der Teilnehmer eines Fotofestivals, das längst über die Grenzen von Rhein-Main hinaus einen guten Namen hat. Die „Darmstädter Tage der Fotografie“ präsentieren ein Wochenende lang thematisch ausgerichtete Ausstellungen, einen Rundgang, ein Symposium und eine Lounge mit zeitgenössischer Fotografie. Zu empfehlen sind auch die Bilder von Philippe Rimette, der den Körper als Fetisch inszeniert – und vielleicht gerade deswegen in Frankreich so gut ankommt?!