Wir bilden uns das nicht ein: die Bugaboo-Karawanen auf der Berger Straße, die unzähligen Mütterrunden in den Cafés, die schiere Masse an dicken Bäuchen überall. Frankfurt hat einen Babyboom – und jetzt ist es auch amtlich. Gerade hat das Standesamt mit stolzer Brust die Geburtszahlen aus dem vergangenen Jahr vorgelegt: 11074 Kinder sind 2008 in Frankfurt auf die Welt gekommen. Das ist Rekord! Die Elftausendermarke wurde zum letzten Mal in den siebziger Jahren, also vor Ewigkeiten, übersprungen. Die neue Elternzeitregelung wird ihren Anteil an diesem Erfolg haben – mehr aber wohl noch, dass immer mehr junge Familien sich bewusst dafür entscheiden, in der Stadt leben zu wollen. Die Landflucht, das Heim auf der Wiese: Das ist für eingefleischte Stadtbewohner heute keine lockende Alternative mehr.

Auch bei den Babynamen gibt es Neuigkeiten. Frankfurt hat einen neuen Lieblingsnamen für Mädchen: Sophie. 196mal wurde dieser Name 2008 vergeben. Die langjährige Spitzenreiterin Marie (185 Neugeborene) konnte Sophie auf den zweiten Platz verweisen. Sophie bedeutet Weisheit, Marie steht für Gottesgeschenk: ein Zeichen für eine neue Sachlichkeit also? Wohl eher Geschmack oder Zufall. Bei den Jungs bleibt alles beim Alten. Hier führt die Liste seit unzähligen Jahren der Name Alexander an.
Alexander Jürgs