Über Applaus freut man sich in der Regel. So auch Theater- Patron Michi Herl. Seit 1998 leitet er das Stalburg Theater im Nordend. Aus Frankfurts Kulturszene ist die Bühne mit ihren urkomischen Stücken „uff hessisch“ schon lange nicht mehr weg zu denken. Natürlich geht Herl das Herz auf, wenn das Publikum die Künstler nach einer gelungenen Aufführung mit tosendem Beifall ehrt. Doch wer hätte gedacht, dass so ein Applaus auch mal zu laut sein kann. Und zwar um 15,5 Dezibel. Zuviel Schall dringt durch die Wände in die umliegenden Wohnungen und erreicht dort etwa die Lautstärke eines kleinen Mopeds. Ende März führten Gutachter die letzten Messungen durch und stellten einen Auflagenbericht zusammen: Böden und Wände müssen gedämmt werden, außerdem muss ein neuer Notausgang her. Der allein kostet schon mehr als 80 000 Euro.

Unglücklicherweise ist dem Theater vor kurzem ein Großsponsor abgesprungen. Die Bühne hatte bisher noch nie um Unterstützung gebeten und sich bislang bei einer Auslastung von 82 Prozent erfolgreich selbst finanziert. „Wir gehören nicht zu denen, die immer rumlamentieren, dass sie Geld bräuchten. Wir sind keine Berufsjammerer und rutschen nicht mit den Knien über die Amtsflure“, betont Michi Herl. Ein Zeichen mehr, dass das Theater wirklich in der Klemme steckt. Aber Herl ist zuversichtlich. Die 17 Arbeitsplätze der Stalburg sollen erhalten bleiben und auch die kostenlosen Aufführungen des „Stoffel“: Das beliebte Freiluftfestival im Günthersburgpark ist mittlerweile bundesweit ein Begriff und gehört fest zum Frankfurter Sommer. Günther Michels