Dass mitten in der Wirtschaftskrise dermaßen viele Menschen dem Ruf einer amerikanischen Großbank hinterherhecheln, könnte einen stutzig werden lassen: Beinahe 74 000 Läufer (aus über 2500 Unternehmen) haben sich für den „J.P. Morgan Corporate Challenge“ angemeldet. Darum gilt das Geschiebe durch unsere Innenstadt schon länger als der größte Lauf der Welt überhaupt. Seit 1993 findet er in Frankfurt statt.

Sollte man diesem, vom Finanzriesen J.P. Morgan organisierte Spektakel mit Skepsis entgegentreten? Die Gefahr von Verlusten ist ehrlich gesagt vergleichsweise gering. Dass sich ein Teilnehmer auf der 5,6 Kilometer langen Strecke verspekuliert, dürfte unwahrscheinlich sein. Einigen Läufern wird vielleicht die Puste ausgehen, der einzige erwartbare Crash wird ein Zusammenprall der Läufer bleiben – und da sprechen wir schon vom „Worst Case Scenario“. Vorsorglich hat J.P. Morgan für alle Teilnehmer eine Unfall- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Nein, wir können den Lauf tatsächlich sehr empfehlen. Denn beim „J.P. Morgan Corporate Challenge“ geht es weniger um Sport, als um Werte, die die Kultur von Unternehmen prägen sollen: Teamgeist, Kommunikation, Kollegialität, Fairness und Gesundheit. Jogging gegen Mobbing. Und dass Werte wie diese die Finanzkrise überstehen werden, hoffen wir doch alle sehr! Günther Michels