Wenn unsere Stadt eine Droge wäre, dann wäre sie wohl Kokain. Oder Apfelwein. So dachten wir jahrelang. Bis uns einige Schlagzeilen stutzig gemacht haben. Denn: Anscheinend gibt es nirgendwo professionellere Hanfbauern als in unserer Region. Mit welcher Raffinesse und in welchen größenwahnsinnigen Ausmaßen in und rund um Frankfurt Cannabispflanzen gezüchtet werden, ist beispiellos. Gerade wurde ein australischer Fischzüchter erwischt, der seine Marihuana-Plantage in einem riesigen Kellerraum im Riederwald betrieb. 1778 Canabispflanzen zählten die Beamten bei der Durchsuchung. Und fanden gleich noch 50 seltene Amazonasrochen, die sich in Aquarien tummelten. Da soll noch mal jemand sagen, Kiffer wären nur an ihrer Droge interessiert.

Im Vergleich zu zwei anderen Frankfurtern ist der Australier allerdings, entschuldigen Sie bitte den Kalauer, nur ein kleiner Fisch. Die nämlich betrieben gleich zwei fußballfeldgroße Plantagen, eine in der Nähe von Offenbach, die andere im Sauerland. Entdeckt wurden sie, weil eine ihrer Hallen bei einem kräftigen Wolkenbruch beinahe abgesoffen wäre. Als die Feuerwehr kam, um zu retten, staunten die Löschmeister nicht schlecht über den zufällig entdeckten Kräuterwald. In sieben Jahren haben die beiden insgesamt 2,6 Millionen Tonnen Marihuana produziert – genug Stoff für 43 Millionen Joints, wie ein Staatsanwalt ausrechnete. Fast schon harmlos erscheint dagegen ein Wiesbadener, der sein Schlafzimmer in eine Zuchtstation verwandelte. 70 Pflanzen wurden bei ihm sichergestellt. Mit dem tiefen Schlaf ist es nun vorbei: Auch er wurde angeklagt. Die Hanfgärtner in unserer Region wird das nicht stoppen. Kiffen macht zwar träge – aber eben auch erfinderisch. ajü