Wenn es um die Hunde geht, dann redet Bea Graf ohne Punkt und Komma. Die Projektleiterin der Eventagentur Envy kümmert sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich um sogenannte Flugpatenschaften. Tiere von südlichen Urlaubsinseln brauchen solche Paten, um zu ihren neuen Familien in Deutschland zu gelangen, denn kein Hund darf ohne Begleitung im Flugzeug transportiert werden.

Schon als Schülerin hat sich Bea im Familienurlaub um verlauste Straßenhunde gekümmert. Vor drei Jahren wurde sie gefragt, ob sie als Flugpatin einen Hundetransfer begleiten wolle: „Klar wollte ich. Ich bin dann nach La Laguna auf Teneriffa in das staatliche Tierheim von Gisela Zifferer gefahren, war dort drei Tage, hab mir alles angeschaut und beschlossen: Der Frau muss ich helfen!“.

Seit gut einem Jahr vermittelt Bea Graf nun über eine eigene Homepage Flugpatenschaften. „Die Paten tragen keine Kosten und haben nur einen geringen Aufwand. Auf dem Flughafen übernehmen wir noch in der Ankunftshalle die Tiere“. Transportiert werden nur bereits vermittelte Hunde. Diese Vermittlung wird über Dritte organisiert.

Anfangs hat die Hundeschützerin das auch selbst gemacht. So kam zum Beispiel PR-Frau und „Bild“-Kolumnistin Tina Linne zu ihrer kleinen Queen. Queen war der erste Hund, den Bea nach Frankfurt geholt hat. Und der tragischste Fall. Man hatte die Promenadenmischung aus einem fahrenden Auto geworfen, beide Hinterläufe waren gebrochen. Vier komplizierte Operationen musste die Hündin ertragen. Und jetzt ist sie Frankfurts „It-Dog“ – ihre Krankengeschichte wird auf tierärztlichen Kongressen herumgereicht.

Bruno, der Hund von Eastwest-Model-Booker Andreas Frejis, war dagegen eine völlig unproblematische Vermittlung. „Und das ist auch die Regel“, wie Bea Graf betont.

Auf deutsche Tierheime sind alle drei nicht gut zu sprechen. Manche Vorgaben seien zu rigide. Interessenten würde die Aufnahme eines Hundes zu schwer gemacht. Das spanische Tierheim, das von Bea Graf unterstützt wird, vermittelt den Großteil der Hunde im eigenen Land. 870 Vierbeiner wurden im letzten Jahr auf Teneriffa an neue Herrchen übergeben, 437 Hunde kamen nach Deutschland. Und keiner wurde bislang zurückgegeben.

Tobias Rüb