In Langen bei Frankfurt als Sohn marokkanischer Einwanderer geboren, wuchs Hassan Annouri im Stadtteil Griesheim der Mainmetropole auf, das seit jeher einen großen Ausländeranteil besitzt. Viel zu tun gab es für den Jungen und seine Kumpels nicht außer Abhängen und einer Zukunft ins Auge zu blicken, die kaum Perspektiven versprach. Das änderte sich Mitte der Achtzigerjahre.

„HipHop wurde schlagartig zu einem Lebensgefühl für mich, mit dem ich mir Applaus, Anerkennung und Respekt erarbeiten konnte“, erinnert er sich. Seine Kreativität brachte Hassan Annouri schnell ein gutes Stück weiter. „Raus aus dem Jugendzentrum und rein in die Jams und professionell arrangierten Events“ lautete die Devise für den jungen Erwachsenen. Genug zu erzählen hatte er in seinen Reimen ohnehin, denn wer mit Hell’s Angels und Bahnhofsviertel aufwuchs, hatte automatisch „eine Proletenader“, die bis heute die Frankfurter HipHop-Szene prägt. Erste überregionale Beachtung fand sein Projekt „Variety Pack“, das noch vor den Fantastischen Vier und den Rödelheimern um Moses Pelham für Aufsehen sorgte. Richtig durch die Decke ging dann der Hit „Nächste Station Konstabler Wache“ der Band Smash, dessen Erfolg maßgeblich von der jugendlichen Kreativität Annouris geprägt war und der vom damaligen Haus-DJ Sven Väth im Frankfurter Club „Omen“ gepusht wurde.

Heute könnte er trotz seines noch jungen Alters auf eine bemerkenswerte Karriere zurückblicken, wenn er wollte. Aber er richtet lieber den Blick nach vorne und beschreitet mit seinem Album „International“ jetzt erneut einen Weg, der zwar schon lange vorbereitet war, aber auch Zeitgründen geschoben werden musste. „Irgendwann vor zwei Jahren war dann ein Punkt erreicht, an dem ich meine Erlebnisse einfach in Songform aufschreiben musste, weil sie aus meinem Kopf und aus meiner Seele raus wollten“, sagt er. Es sind einschneidende, prägende Erlebnisse, die Hassan Annouri in den Songs von „International“ schildert. Wie den Tod seines Bruders, der in einem Club vergiftet wurde, und die tragische Krankheitsgeschichte seiner Mutter, die daraus resultierte. Oder die verlorene Liebe, die einen zunächst wie einen Idioten aussehen lässt, bevor man sein Selbstbewusstsein wieder findet weil man Niederträchtigkeiten nicht erwidert.

Auch den Hasspredigern sämtlicher Religionen wird ein Spiegel vorgehalten, ohne dass sie beim Namen genannt werden. „Ich selbst sehe mich in meinen Texten allerdings nicht als Prediger, sondern möchte vor allem die Wahrheit, meine Wahrheit mit meinen Zuhörern teilen, aus der sie etwas für sich herausziehen können, wenn sie wollen.“ Zu dieser Wahrheit gehören für ihn neben den Songs mit Tiefgang auch Clubtracks, die sich in den pulsierenden Partynummern des Albums niederschlagen.

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