Der große Brustmuskel hat seinen Ursprung an drei Stellen: der Hauptteil der Fasern kommt von der Außenfläche des Brustbeines (der Knochenplatte am vorderen Brustkorb), einige obere Fasern kommen vom Schlüsselbein (dem spürbaren länglichen Knochen an der vorderen Schulter) und einige von der sogenannten Rectusscheide, der Bindegewebshülle des oberen Teils der geraden Bauchmuskulatur. Mit seinem Verlauf hin zum Oberarm überdeckt er den Großteil des vorderen Brustkorbs und bildet die Vorderwand der Achselhöhle.

Die größte Dehnung erfährt der große Brustmuskel beim Heben und gleichzeitigen nach-hinten-Bewegen des Armes, seine Kraft entfaltet er beim nach-vorne und unten-Bewegen des Oberarms. Sehr wichtig ist die Brustmuskulatur bei Schlag- und Hiebbewegungen (Boxen, Kampfsport oder Fechten), bei Wurfbewegungen (z.B. beim Speerwurf und Kugelstoßen), beim Turnen für alle Arten des Heranziehens an Reck, Ringe oder Barren (im Zusammenspiel mit dem Latissimus dorsi) und beim Schwimmen.

Übungen:

Anfänger-/Grundübung:

Brustpresse / Chest Press im Gerät
In der Brustpresse werden die Griffe gegen das Trainingsgewicht aus der Ausgangsposition seitlich des Körpers nach vorne vom Körper weggedrückt. Die Arme sind seitlich abgespreizt, wobei die Griffe und Ellenbogen in der Startposition auf Höhe der Brustmitte liegen. Dort ist die maximale Kraftentfaltung möglich. In der Endposition befinden sich die Hände etwa auf Schulterhöhe. Beachten: Beide Hände greifen auf gleichseitig breiter Position an den Griffen. Die Bewegung sollte aus leichter Dehnung heraus in die fast komplette Armstreckung nach vorne ausgeführt werden. Die Schulterblätter bleiben dabei immer am Sitz angelehnt, werden also nicht mit nach vorne genommen.

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Fortgeschrittenenübung:

Bankdrücken
Das Bankdrücken ist eine der Grundübungen im Fortgeschrittenentraining. Hier wird die Langhantel aus der Streckung auf die Mitte des Brustbeines abgesenkt und mit dem aktiven Ausatmen nach oben zurück in die Streckung weggestoßen. Auch hier befinden sich die Ellenbogen in der tiefsten Position unterhalb der Schulter. In der gestreckten Position befindet sich die Stange natürlich direkt senkrecht über der Schulter, die Bewegung der Stange ist also nicht rein senkrecht.

Je breiter der Griff, desto mehr wird die Brutmuskulatur beansprucht, bei engerem Griff wird mehr und mehr der Triceps aktiviert. Die maximale Griffbreite wird dabei so gewählt, dass die Ellenbogen am tiefsten Punkt der Bewegung nicht mehr als 90 Grad Winkel aufweisen. Die Streckung ist auch hier nicht ganz komplett, so dass das Ellenbogengelenk nicht „einrastet“. So lastet das ganze Gewicht nie auf den Gelenkflächen und der Muskel hat immer größte Belastung.
Im Gegensatz zur Gerätevariante muß hierbei die Hantelstange zusätzlich stabil über dem Körper gehalten werden, was einen deutlich höheren koordinativen Anspruch bedeutet. Wichtig ist das langsame und kontrollierte Absenken der Hantelstange, ein „Prallenlassen“ von der Brust ist in jedem Falle zu vermeiden.

Isolationsübung:
Fliegende Bewegungen im Gerät / „Butterfly“ oder „Pec Fly“
Um den Brustmuskel isoliert, d.h. ohne Zuhilfenahme des Armstreckers (M. triceps brachii) zu trainieren, wird der Krafteinsatz über den unteren Oberarm, etwas oberhalb des Ellenbogens, ausgeführt. Die Hände bleiben dabei bestenfalls locker am Griff, sie sollten möglichst wenig in die Druckbewegung mit einbezogen werden. Isolierungsübungen werden üblicherweise erst nach komplexeren Kraftübungen wie der Brustpresse oder dem Bankdrücken dazugenommen.

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Alternativen und koordinativeres Training:
Fliegende Bewegungen am Doppelzug
Bei fliegenden Bewegungen ist mehr Koordination und eine größere Bewegungsspanne gefragt, da beide Arme über getrennte Griffe über einen viel größeren Winkelbereich als im Gerät oder an der Langhantel bewegt werden. Die Lasten sind also dementsprechend niedriger. Hier wird der bestenfalls immer gestreckte Arm aus der hintersten in die vorderstmögliche Position gebracht. Wie bei den anderen Brustmuskelübungen auch kann man zwischen dem geraden Druck nach vorne sowie schräg nach unten bzw. nach oben verlaufenden Bewegungen (wie hier im Beispiel leicht schräg nach oben) variiert werden.

Liegestützen in den Ringen
Der Klassiker der Brustübungen in einer anspruchsvolleren Variante. Durch die Instabilität der Ringe und den größeren Bewegungsradius (in den Ringen kann man tiefer in die Stütze gehen als auf dem Boden) ist diese Übung um einiges schwerer und effektiver als eine normale Liegestütze. Die Schwierigkeit kann man sich dabei über die Höhe der Ringe variieren: je höher die Ringe, desto aufrechter die Körperhaltung und desto leichter die Ausführung. Erhöht man, wie im Beispielbild, die Füße, wird die Übung noch schwerer als in der horizontalen Position. Mit seitlich abgespreizten Oberarmen, wird der Brustmuskel optimal trainiert, je enger die Oberarme am Körper sind, desto leichter die Bewegung und desto mehr Hilfe kommt vom Trizeps.

Schräges Bankdrücken mit Kurzhanteln
Ebenfalls eine koordinativere Abwandlung des Langhantel-Bankdrückens, da beide Arme getrennt voneinander agieren müssen. Hier fallen Disbalancen, also Unausgewogenheiten, zwischen rechter und linker Arm- und Brust-Schultermuskulatur deutlicher auf.