LEBEN
In der Admiralitätstraße hat Anna einst gewohnt, war in der Erste Liebe Bar oder wie hier im Marinehof. Stationen einer Nomadin: „Aufgewachsen bin ich in Farmsen und Bergstedt, dann folgten unzählige Umzüge.“ Das Zentrum hat sie gepackt: „Ich habe früh angefangen, in Angie“s Nightclub zu singen, vier Tage die Woche – und bin parallel zur Schule gegangen.“ In Eimsbüttel fand sie ihre erste Wohnung: „Wenn du mit dem Rad durch die Stadt fährst, spürst du, was Hamburg ausmacht.“ Auf St. Pauli ist Anna angekommen: „Die Reeperbahn und der Hafen haben mich immer fasziniert. Das Licht, diese Luft – das hat keine andere Stadt!“ Ob sie irgendwann wegwill? „Ich habe den Drang, Neues zu sehen, zu reisen, vielleicht mal im Ausland zu leben. Aber ich werde immer einen Fuß in Hamburg behalten.“

MUSIK
Mit leuchtenden Augen streift Anna durch die Werkstätten des Klavierherstellers Steinway & Sons und verzaubert die Fabrikarbeiter. „Es ist ein Traum von mir, einmal so ein Klavier zu besitzen. Auf Tour leihe ich sie mir immer. Es sind mit die besten Flügel der Welt – und sie kommen aus Hamburg.“

KUNST
Direkt in der City wohnte die Pop-Poetin über der Kunstbuchhandlung Sautter + Lackmann, in der sie viel schmökerte. In einem alten Verwaltungsgebäude fand Anna eine Zeit lang Unterschlupf in einer lebhaften WG. Wie wohnt es sich denn in der Innenstadt? „Es ist alles etwas teurer, und wenn die Läden geschlossen sind, ist hier gar nichts mehr los“, sagt Anna lachend.

MODE
Anna Depenbusch liebt die Mode. Bei DFM Hamburg wird sie sofort herzlich empfangen. „Jetzt muss ich euch mal was erzählen“, sagt sie und schnappt sich Chefin Dörte F. Meyer, „diese Frau hat mich für das Cover meines ersten Albums ,Ins Gesicht‘ komplett in einen Woll-Kokon gewickelt.“ Anna streift durch den Laden, probiert vieles an. Dörte F. Meyer lobt Annas Händchen für Outfits: „Sie hat ein unglaublich gutes Gespür dafür, was ihr steht und wie sie sich in Szene setzt – und sie ist so fotogen.“

FREIZEIT
„In der Deichstraße sind nur Touris, Hamburger gehen da kaum hin“, stellt Anna fest. Da sie aber dort ihr neues Album „Sommer aus Papier“ gemischt hat, stieß sie nebenan auf die Creperie Ti Breizh. Ihr Favorit? „Die Galette mit Ratatouille – und dazu ein Cidre und Kellner in Ringelshirts“, sagt sie strahlend. Und was macht sie in ihrer Freizeit? „Ich gehe gern spazieren. Abends gehe ich eher ins Kino als zum Tanzen, ins Streit“s, Abaton oder Passage.“