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PRINZ unterwegs: Bohren & der Club of Gore im Nochtspeicher Hamburg

Wir sind für euch unterwegs und stellen euch Konzerte und Bands vor, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet! Diesmal: Bohren & der Club of Gore im Nochtspeicher Hamburg!



Manche Bands klingen für immer gleich, manche wandeln sich im Laufe ihrer Karriere stets ein bisschen, manche sind wahre Chamäleons und dann gibt es die, bei denen man nie vermutet hätte, wie sie einst angefangen haben. Bohren und der Club of Gore gehören dazu. Die waren einst als Hardcore- und Metal-Band gestartet und heutzutage…

Nun: die einen nennen es Jazz und Ambient, die anderen sagen, man erkenne weiterhin die Wurzeln. Alles ist richtig! Das Quartett aus dem Ruhrgebiet nimmt den Spirit von düsterem, langsamem Metal und hauchen ihm mit Kontrabass, Tenorsaxophon, Vibraphon, Klavier und mit Besen gespielten Schlagzeug völlig eigenes Leben ein. Mit dem neuesten Album „Piano Nights“ haben Bohren und der Club of Gore es sogar geschafft, in die deutschen Alben-Charts einzusteigen. Eine treue Anhängerschaft haben sie ohnehin schon seit Jahren. So war der erst kürzlich eröffnete Nochtspeicher gut gefüllt, um nicht zu sagen proppevoll. Und was für eine Location, für solche Musik! Ein altes Lagerhaus, hohe Holzbalken, Rotklinker, nur gestört durch eine architektonisch notwendige Säule in der Mitte. Doch das mit dem Sehen war selbst für all jene schwierig, deren Blick auf die Bühne frei war, gingen die Musiker doch, ganz individuell, vollständig im Nebel unter. Selbst das Heranpirschen für den Fotografen, um andere Blickwinkel einzufangen gestaltete sich schwierig: bis auf Saxophonist Christoph Clöser tauchten immer nur Schemen hinter den dichten, ständig in bunte Farbe eingetauchten Schwaden auf.

Action war auf der Bühne jedoch ohnehin nicht zu erwarten, bei jener zähen, langsamen „Stimmungkappelle„, wie Clöser es in seiner Ansage formulierte. Überhaupt die Ansagen: zwischen Comedy und ein wenig Übertreibung, roh und trocken, und dennoch charmant genug, passten selbst diese perfekt zum Abend, der einen ein klein wenig an rotweingetränkte Nächte bei Kerzenschein oder auch schwarz-weisse Horrorfilme erinnerte. Fast zu perfekt, wirkte die Kombination aus dem Sound und der schnörkellosen Inszenierung ein wenig mechanisch und dennoch, vom Opener des neuen Albums „Im Rauch“ bis zur Zugabe „Komm zurück zu mir“ restlos zu begeistern.

Am 27.03. spielen Bohren und der Club of Gore im Münchener Milla! Tickets für das Konzert findet ihr hier!

Hört in das aktuelle Album „Piano Nights“ rein. Bohren & Der Club of Gore als Spotify-Playlist!


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